Ja, mir san mit’m Radl da

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Foto: Karl-Heinz Raach ( raach-foto.de )

Ja, gestern musste ich zum Kardiologen (Herzspezialist), um den Belastungstest auf dem Fahrradergometer zu absolvieren. Es war ein herrlicher Frühlingstag an einem 15. Februar 2017 mit unglaublichen 13 Grad (gefühlten 18 Grad) Außentemperatur. Ein Freitag um 13 Uhr, Feierabendstimmung lag in der Luft.

Leider war die Luft in der Arztpraxis extrem trocken und ich konnte die herumfliegenden Grippeviren förmlich erahnen. Keine guten Voraussetzungen für ein Belastungs-EKG. (Anmerkung Juni 2021: Bei diesem Kardiologen bin ich inzwischen lange nicht mehr)

Übrigens: Um Viren auf dem Übertragungsweg in der Luft unschädlich zu machen, genügt es, die Luftfeuchtigkeit im Winter auf 40 bis 60 Prozent zu halten. Nur mal als Tipp.

Auf eigenes Risiko

Die medizinische Fachangestellte, die ganz offensichtlich erkältet war,  deutete gelangweilt auf das Fahrradergometer und meinte: “Das kennen Sie ja schon.” Ich: “Nein, mache ich zum ersten Mal, aber ich weiß, wie man Fahrrad fährt.”

Auch noch ein schlechtes Menschengedächtnis hat sie, dachte ich so bei mir. Ach ja, vorher musste ich noch einen Wisch unterschreiben, dass ich das Teil auf eigenes Risiko nutze. Eigentlich hätte man mir das bei der Terminvereinbarung schon vorlegen müssen. So war es ja eine Art Erpressung. Der gemeine Patient ist ja dumm und sollte bloß keine eigenen Entscheidungen treffen. Egal.

Ich stieg auf das Ergometer, sie legte mir am Rücken und im linken Brustbereich die Elektroden für das EKG an sowie am linken Oberarm eine Manschette für die Blutdruckmessung. Dann hat sie wohl den Blutdruck und die Herzfrequenz bei Ruhe gemessen und danach dürfte ich los radeln. Immer schön über 60 bleiben, erklärte sie mir. Ich trat also in die Pedale, aber da sie wohl die geringste Wattzahl von 50 eingestellt hatte, war da kaum Widerstand und der Tacho zeigte 90 an, als ich loslegte. Wahrscheinlich ist diese Zahl die Geschwindigkeit der Schwungscheibe, keine Ahnung.

Trockene Luft

Ich pendelte die Geschwindigkeit bei 60 ein und radelte … und radelte und radelte. Alle zwei Minuten wurde die Wattzahl erhöht – das merkte ich am Widerstand der Pedale – und es wurde der Blutdruck und die Herzfrequenz gemessen. Irgendwann beendete ich die Messung, weil ich einen total trockenen Mund hatte, weniger aus muskulärer Erschöpfung. Da hätte ich vielleicht noch 25 Watt mehr geschafft. Aber diese trockene Luft war sehr unangenehm.

Zur Auswertung wurde ich dann zum Arzt gerufen, der zufrieden mit dem Ergebnis war. Mein RR = Blutdruck (nach Riva-Rocci) war im Ruhezustand 140/80, maximal 190/90 und in der Nachbelastung, also Ruhephase nach der Messung 160/90 mmHg. Die Herzfrequenz vor der Messung, also im Ruhezustand 87 bpm, maximal 119 bpm (mein eigener Tracker zeigte allerdings 133 bpm an). Als Ergebnis 88% vom Soll von 134 bpm. Auf die Frage, was denn nun die individuelle maximale Herzfrequenz für mich sei, gab mir der Arzt 130 bpm mit auf den Weg. Erreicht habe ich durch Abbruch zwar nur 125 Watt, aber er meinte, dass das okay sei und meinem Alter entspricht.

Was bedeutet RR?

Hier eine Erklärung, warum der Blutdruck in ärztlichen Befunden oft “RR” genannt wird:

Zitat gesundheit.de: “Das Prinzip der unblutigen Blutdruckmessung geht auf den italienischen Arzt Scipione Riva-Rocci (1863-1943) zurück, deshalb ist für den am Arm gemessenen Blutdruck die Abkürzung RR nach Riva-Rocci üblich. Der Apparat, den Riva-Rocci baute, bestand aus einem Fahrradschlauch, den er als Oberarmmanschette benutzte, aus einem Gummiballon zum Aufblasen der Manschette und aus einem Quecksilberbarometer, mit dem er den Druck in der Armarterie maß. Indem er die Pulsader an der Handwurzel betastete, konnte Riva-Rocci das Verschwinden bei steigendem (sytolischem) Druck überprüfen. Dies war in der Blutdruckmessung ein großer Fortschritt, denn noch bis in das 19. Jahrhundert hinein konnte man den Blutdruck nur durch eine “blutige” Methode bestimmen: Zur Messung wurden Messsonden in die große Körperarterien eingeführt.

Ja mir san mit’m Radl da

Die nächste Untersuchung ist dann eine Karotisduplexsonografie zur Beurteilung des kardiovaskulären Risiko’s. Auf Deutsch: Untersuchung der Halsschlagader im Hinblick auf das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden.

Schöne Aussichten: Werde ich erst blind oder verhindert ein Herzinfarkt oder Schlaganfall meine Erblindung?

Ja, Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Ja, mir san mit’m Radl da (Wikipedia)

Links:

Polizei Belastungstest

Belastungs-EKG

Video-Galerie Herzinsuffizienz

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andi

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Eine Antwort

  1. 6. April 2019

    […] zu wenig rote Blutkörperchen als Sauerstoffträger ins Gehirn kommen), Blutverlust, Vergiftung, Herzinsuffizienz, Kreislaufstörungen, niedrigem Blutdruck, Herzklappenfehler, blutdrucksenkenden Medikamenten, […]

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