Nichts zu verzollen

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Quelle: avxhome.se

Ich kann mich nicht mehr daran entsinnen, wann ich zuletzt so herzhaft gelacht habe wie bei dem Film “Nichts zu verzollen” gestern in 3SAT. Zuerst wollte ich schon abschalten, weil ich dachte: Was ist das denn für ein Schwachsinn, diese Art Luis de Funès-Film. Aber dann ging der “Karneval der Lachmuskeln” erst so richtig los.

Irgendwann tat mir mein Gesicht weh, als dumme Drogendealer einen Fake-Krankenwagen mit dem Wort “AMBLANCE” überklebten, also ohne “U” und Tatütata, hier kommt die Amplanz oder so ähnlich riefen. Oder als ein Zöllner einen Mann, nur in Unterhose bekleidet, mit einem Metalldetektor untersuchte und dieser immer in Höhe seines Schniedelwutzes mit lautem Piepen ausschlug. Achja, oder als der Spürhund des Zolls 30 Päckchen Rauschgift im Hintern eines Schmugglers erroch und dort mit beiden Pfoten zu kratzen anfing … Oder als die Sirene des Zollautos immer langsamer wurde, als die Autobatterie ihren Geist aufgab …

Und dann der Dialekt der Belgier. Das muss man einfach hören. Das hat mich ein wenig an Monty Python’s Leben des Brian, an die Lachnummern “schwanzus longus”, “Incontinentia” und “Chleudert den pösen Purchen zu Poden” erinnert.

Der erste Film von Dany Boon, “Willkommen bei den Sch’tis” von 2008, der übrigens mit 20 Millionen Kinobesucher bis heute der erfolgreichte Film Frankreichs ist ( Quelle Wikipedia ), begann mit diesem “Sch-Dialekt”. Als ich nur die Beschreibung gelesen habe, fing ich schon wieder an, herzhaft  zu lachen. Allein der Gedanke an den Dialekt und die Storyline reichte:

Willkommen bei den Sch’tis: Französische Erfolgskomödie über hartnäckige Vorurteile, einen seltsamen Dialekt und ein resolut-dickköpfiges Völkchen im stürmischen Norden.

Seiner Frau Julie (Zoe Felix) zuliebe wollte sich der Postbeamte Philippe (Kad Merad) an die Côte d’Azur versetzen lassen, wird aber wegen eines dreisten Schwindels ins nordfranzösische Bergues verbannt. Die Gattin denkt nicht daran, ihm zu folgen, also muss er allein losziehen und befürchtet Schlimmes. Das Gegenteil tritt ein: Kollegen wie Antoine (Dany Boon) werden Freunde, der Dialekt „Sch’ti“ ist einfach und seine Frau vermisst Philippe auch nicht.

Der erfolgreichste französische Film aller Zeiten ist eine herzerfrischende Komödie, die spielerisch Vorurteile unterläuft und einer verleumdeten Volksgruppe – den Sch’tis – ein Denkmal an der Kinokasse setzt. Klischees und Regionales nimmt Komiker Dany Boon gekonnt auf die Schippe.

Der Postbeamte Philippe Abrams wird in die nördliche Provinz strafversetzt, dort wo es eiskalt ist und die Bewohner sehr rustikal sein sollen. Bei der Ankunft im strömenden Regen fährt er fast seinen künftigen Kollegen Antoine um, der ihn mit Zischlauten begrüßt, der dort übliche Dialekt. Bald freundet sich Philippe dennoch mit Land und Leuten an.

Der Postbeamte Philippe Abrams wird in die nördliche Provinz strafversetzt, dort wo es eiskalt ist und die Bewohner sehr rustikal sein sollen. Dabei hatte er seiner Frau versprochen, in südliches Gefilde zu ziehen. Bei der Ankunft im strömenden Regen fährt er fast seinen künftigen Kollegen Antoine um, der ihn mit Zischlauten begrüßt. Dass das der dort übliche Dialekt ist, wird Philippe bald klar. Er freundet sich sogar langsam mit Antoine, Land und Leuten an. Doch da will ihn seine Frau in dem von ihm so trostlos geschilderten Ort besuchen.” Zitat: kino.de

Auszug aus der Programm-Vorschau von 3SAT

Nichts zu verzollen

(Rien à Déclarer)

Spielfilm, Frankreich 2010

Darsteller:
Ruben VandevoordeBenoît Poelvoorde
Mathias DucatelDany Boon
Louise VandevoordeJulie Bernard
Irène JanusKarin Viard
Jacques JanusFrançois Damiens
u.a.

Regie: Dany Boon – Länge: 101 Minuten

“Der belgische Zollbeamte Ruben hasst die Franzosen. Auch nachdem die Grenzkontrollen abgeschafft wurden, schikaniert er die Reisenden. Zur Strafe muss er mit einem Franzosen Dienst schieben.

Nach dem preisgekrönten Welterfolg “Willkommen bei den Sch’tis” nimmt Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Dany Boon die historische Rivalität zwischen Belgiern und Franzosen aufs Korn und führt die absurden Auswüchse von Rassismus und Länderklischees vor Augen.

Der Belgier Ruben Vandevoorde liebt sein Heimatland über alles. Von Kindesbeinen an wurde ihm von seinem Vater nicht nur strammer Patriotismus eingetrichtert, sondern auch ein fanatischer Hass auf alle Franzosen. Die beiden würden lieber verdursten, als französisches Mineralwasser zu trinken.

Als Zollbeamter an einer belgisch-französischen Grenzstation in der Provinz konnte Ruben seinen Rassismus bisher ungehemmt ausleben: Wann immer ein Franzose nach Belgien einreisen wollte, wurde er auf schikanöse Weise kontrolliert. Die Europäische Union ist für den pedantischen Bürokraten der Beginn des Unheils. Als am 1. Januar 1993 die Grenzen fallen und plötzlich jeder Gallier ungehindert in sein Land reisen kann, sieht Ruben sich als Fels in der Brandung des Binnenmarkts. Ungeachtet aller Politik will er weitermachen wie bisher: Jeder Franzose ist ein potenzieller Schmuggler.

Diese aberwitzige Unnachgiebigkeit sorgt natürlich bald für Ärger. Um den boshaften Zöllner zur Räson zu bringen, wird er von seinem Chef zur schlimmsten aller Strafen verdonnert: Er muss mit dem französischen Kollegen Mathias Dienst schieben. Als mobile Patrouille soll das ungleiche Duo im ländlichen Grenzgebiet nach Schmugglern Ausschau halten. Obwohl der schüchterne Franzose sich um ein friedvolles Miteinander bemüht, greift Ruben ihn pausenlos mit chauvinistischen Sticheleien an. Die Tatsache, dass Mathias heimlich in Rubens Schwester Louise verliebt ist, macht die Sache nicht einfacher.

Erst als die beiden Zöllner einer Bande von vertrottelten Drogenschmugglern auf die Spur kommen und wirklich zusammenhalten müssen, entwickelt sich zwischen ihnen fast so etwas wie eine Freundschaft. Doch Rubens neu erlernte Toleranz nimmt ein jähes Ende, als er von der Beziehung zwischen Mathias und Louise erfährt.”

Als der Film zu Ende war und mein ganzes Gesicht vom Lachen schmerzte, fragte ich mich, ob man sich tatsächlich “totlachen” kann. Wenn ja, bin ich gerade nochmal dem Tod von der Schippe gesprungen. Ja, so hab’ ich gelacht.

 

Ja, und 2018 ist eine neue Komödie von Dany Boon mit dem Titel “Die Sch’tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen” in die Kinos gekommen.

Und solltest du Monty Python’s Leben des Brian nicht kennen, dann schau mal kurz rein –>> https://youtu.be/54qxBwQFkeo

Andi

andi

Ich bin im Sternzeichen des Schützen geboren. Nun weißt du Alles über mich.

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