Die misslungene Auswanderung nach Litauen 2008 – Kapitel 3

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

 

Irgendwann am Sonntagmittag überquerten wir die EU-Grenze zu Litauen.

Meine Leute hielten auf dem Parkplatz direkt hinter der Grenze und umarmten sich. Auf einmal fuhr der LKW mit unserem Hausrat am Rastplatz vorbei und die beiden netten Russen winkten uns zu.

Also hatten wir durch die fehlerhafte Navigation soviel Zeit verloren, dass uns der 7,5 Tonner zu diesem Zeitpunkt eingeholt hat, obwohl er ja nicht schneller als 80 km/h fahren konnte.

Aber meine Leute waren froh, dass unser Hausrat unbeschadet in Litauen angekommen war. Denkbar ist ja Alles.
Meine Leute rauchten noch eine auf dem Parkplatz und gaben mir Wasser zu trinken.

Mensch, hatte ich einen Durst. Ich habe mehr als einen Liter Wasser getrunken.

Dann fuhren wir weiter und das erste Auto in Litauen, dem wir begegneten, war ein Leichenwagen.

Meine Leute sind ja nicht abergläubig, aber ein seltsames Gefühl war das schon. Und dem begegneten wir immer wieder auf der Strecke nach Kaunas. Mal überholte mein Herrchen ihn, dann war er auf einmal wieder vor uns.

Durch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der litauischen Autobahn haben wir diesen Leichenwagen einfach nicht von der Hacke bekommen.

Landschaftlich gesehen, war da kein Unterschied zu dem Osten von Polen.

Am Besten ein Kettenfahrzeug

Wir sahen auch Pferdekutschen und verfallene Häuser. Der einzige erste Unterschied zu Polen war der, dass es in Polen kaum mehr Autos gibt, die älter als 5 Jahre sind. Dies traf in Litauen nicht zu. Hier sah man mehr ältere Autos auf der Straße. Verwundert waren meine Leute auch über den guten Zustand dieser Straße nach Kaunas, aber später haben wir ja dann auch die Straßen vorgefunden, für die man Kettenfahrzeuge braucht.

Egal, Nach einer guten Stunde, irgendwann am Sonntag Nachmittag kamen wir in Kaunas an. Da war ein Riesenstau vor der Abfahrt nach Kulautuva, aber meine Leute mussten erstmal einen Geldautomaten suchen, da sie der Spedition zunächst nur einen Teil bei der Abfahrt bezahlt hatten und den Rest dann bei Ankunft bar bezahlen wollten. Das ist auch üblich so, denn immerhin war unser gesamter Hausrat auf dem LKW.

Mein Herrchen fand dann auch einen Geldautomaten und wollte knapp 4.000 Litas (umgerechnet 1.160 Euro ) abheben. Er bekam allerdings die Meldung, dass er maximal pro Tag 2.000 Litas abheben könne ( 580 Euro ). Das hat mein Herrchen dann erstmal gemacht, um das Geld dem Spediteur zu geben. Auf dem Weg zum Geldautomaten trafen wir unsere beiden Russen dann auch und fuhren erstmal gemeinsam nach Kulautuva, einem Vorort von Kaunas.

Die Straße dorthin war dann schon ein anderes Kaliber, Typ «off-road» mit netten, teilweise fiesen Schlaglöchern. Dann ging es durch einen Wald mit sehr steilen Wegen und Bäumen mit herab hängenden Ästen. Frauchen hatte ein wenig Angst um unser Auto. Herrchen fand es eher cool.

Bei den Neureichen angekommen

Dann, in Kulautuva angekommen, kamen wir uns zunächst vor, wie in einer”Neu-Reichen-Siedlung”.
Aber meine Leute waren nach 24 Stunden Autofahrt viel zu müde, um Alles richtig zu realisieren oder gar zu verarbeiten. Und sie wussten ja, dass sie nun noch einige weitere Stunden mit der Entladung des LKWs zu tun hatten, obwohl sie todmüde waren.

Die Straße mit den “Neu-Reichen-Häusern” nahm kein Ende. Ganz am Ende der Straße erkannten meine Leute dann das von ihnen per Internet gemietete Haus. Sie parkten unseren Wagen vor dem Haus und der LKW parkte vor der Garage.
Der Nachbar kam auf meine Leute zu und begrüßte sie sehr herzlich, forderte sie auf, unser Auto auf das Grundstück zu fahren. Nun ließ mich Herrchen auch aus dem Auto und schon merkten die vielen anderen Hunde, dass da ein neuer gekommen ist und begrüßten uns mit lautem Bellen. Dann forderte der Nachbar meine Leute auf, mit ihm in das angemietete Haus zukommen.

Ich sollte auch mit in das Haus, aber ich sträubte mich …

 

Kapitel 2   –   Kapitel 4

 

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andi

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Eine Antwort

  1. 16. Januar 2019

    […] Kapitel 3 – Kapitel 2 […]

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