Ich bin Gianni, ein Collie-Retriever-Mix

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Ich bin Gianni, ein Rüde und Collie-Retriever-Mix.

Meine Mutter war Collie, mein Vater Golden Retriever.

So fängt meine Geschichte, die Geschichte eines Hundelebens in Deutschland, an:

An meine Zeit als Welpe in den ersten zwei Monaten habe ich eine ganz schlimme Erinnerung.

Ich kann mich nicht mehr ganz genau erinnern, aber ich entsinne mich an einen dunklen Raum mit Kacheln und an Kinder, die mich aus Spaß geärgert haben.
Die haben mich am Schwanz gezogen und gelacht. Da waren noch andere Geschwister von mir. Mit denen haben die das auch gemacht.

Ich dachte, diese Welt besteht nur aus einem dunklen, gekachelten Raum und Kindern, die mich ärgern wollen.

Ich war sehr traurig in dieser Zeit und war nur froh, dass meine Geschwister bei mir waren. Aber die waren ja auch noch klein und konnten mir nicht helfen.

Dann kam ein Mann und hat mich und meine Geschwister dort weggeholt.
Es war ein Tierschützer.
Er packte mich und meine Geschwister in ein Auto.

Die Fahrt ging von Halle an der Saale nach Quickborn bei Hamburg. Die Fahrt war für mich die Hölle, aber der Mann hat es ja gut gemeint. Er wollte mich und meine Geschwister schützen. Doch seit diesem Erlebnis mag ich nicht mehr in einem Auto fahren. Ich habe seitdem – wie ihr Menschen es nennt – eine Phobie, in einem Auto mitzufahren ( nicht zu verwechseln mit der Autophobie, der Angst vor dem Alleinsein ).
Freiwillig springe ich nicht, so wie viele andere Hunde, ins Auto, obwohl da im Heck viel Platz für mich ist. Genug Platz für einen großen Hund wie mich.
Aber ich quetsche mich dann immer in die äußerste Ecke direkt an die Rückbank und zitter wie Espenlaub.

Doch ich bin ja nicht dumm. Wenn ich mich mit dem Rücken dort ran lege, passiert mir nichts, wenn mein Herrchen mal scharf bremsen muss. Das hat irgendwas mit der Fliehkraft zu tun, wenn ich das richtig verstanden habe.
Und aus den Seitenfenstern und dem Heckfenster kann ich den Himmel und die Bäume sehen.
Und ich erkenne sofort, wenn ich etwas Vertrautes sehe. Dann weiß ich: Gleich sind wir zu Hause. Dann setze ich mich sogar hin und schaue raus.
Oft lächeln mir sogar die Leute im nachfahrenden Auto zu.

Mensch, darüber freue ich mich dann immer.

Der Tierschützer hat mich und meine Geschwister zu einer Frau gebracht, die ein privates Tierheim in der Nähe von Quickborn unterhielt.
Dort haben mich keine Kinder mehr geärgert.
Aber es waren ganz viele andere Hunde dort und es kamen immer Menschen, die durch das Tierheim gelaufen sind und uns angeschaut haben. Dann haben wir immer gebellt. Wir wussten ja nicht, dass es Menschen waren, die einen Hund in ihr Leben aufnehmen wollten und deshalb kamen.

Ich war nun zwei Wochen bei der netten Frau im Tierheim, mit meinen
Geschwistern und einer großen Hündin als Mutterersatz, da merkte ich, dass sich zwei Menschen für mich interessierten.

Die rannten immer den Gang mit den anderen Hundezimmern lang, aber kamen immer wieder zu mir zurück und schauten mich verliebt an.

Mensch, war ich stolz darauf.

Oder schauten sie meine Schwester an?
Etwas unsicher war ich schon, und rangelte mit meiner Schwester herum, um die Aufmerksamkeit noch mehr auf mich zu ziehen.

Ich hörte, wie der Mann zu seiner Frau sagte: “Ich möchte den Rüden gleich mitnehmen”.
Die Frau vom Tierheim sagte dann, dass ich erst noch zum Tierarzt müsse und die Leute sollen in einer Woche wiederkommen.
Da war ich schon traurig.
Eigentlich wäre ich lieber gleich mit den Leuten mitgegangen. Ich merkte, dass sie mich mochten.

Mensch, war das ein schönes Gefühl!

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Mein ängstlicher Gianni –>>

Video Galerie “Mein Gianni”

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