Dokumentation Augen Praxisklinik Rostock

Behandlungsverweigerung durch vier Gesellschafter der Augen-Praxisklinik Rostock

Foto: Behandlungsverweigerung durch die vier Gesellschafter der Augen-Praxisklinik Rostock

So fing es an

Am 13.11.2019 habe ich folgendes Anliegen an die Augen-Praxisklinik Rostock geschickt:

“Im Oktober 2018 wurde bei mir am linken Auge eine Katarakt-OP beim Augenzentrum Nordwest vorgenommen. Da diese OP mein Sehempfinden insgesamt verschlechterte, wurde von der TK ein Gutachten bei der Poliklinik für Augenheilkunde, Greifswald, Prof. Dr. med Frank Tost in Auftrag gegeben, bei dem sich herausstellte, dass wichtige weitergehende Untersuchungen des Sehnerves durch VEP und mfERG beispielsweise und andere differentialdiagnostische Maßnahmen versäumt wurden.

Da ich in das Augenzentrum Nordwest aus verschiedenen weiteren Gründen kein Vertrauen mehr habe, suche ich einen Augenarzt bzw. eine Augenärztin, die mich anhand der vorliegenden Unterlagen (Patientenakte, Gutachten) berät, wie es nun mit meinem rechten Auge weitergehen kann.
Ich habe das Gefühl, dass sich mein Sehvermögen auch auf diesem Auge zunehmend verschlechtert.

Sämtliche Unterlagen kann ich digital per Link zum Querlesen oder als pdf-Dateien zu Verfügung stellen.”

Die knappe Antwort darauf: “Unsere Terminvergabe liegt jetzt im Februar. Mit freundlichen Grüßen Ihr Praxisteam”

Endlich neuer Arzttermin

Update 3.3.2020: Heute hatte ich endlich den Termin in der Augen-Praxisklinik Rostock. Ich bin zügig dran gekommen und bevor ich an einen Arzt oder Ärztin weitergeleitet wurde, wurden mein Augeninnendruck und meine Sehhilfen beziehungsweise meine Sehstärke vermessen sowie weitere Daten, die für die Patientenakte wichtig sein könnten, aufgenommen. Ach ja, mir wurde noch eine schwarz-weiß gesprenkelte Karte vorgehalten mit der Frage, was ich darauf sehe. Einen Stern oben in der Mitte habe ich erkennen können? “Und unten?” wurde ich gefragt. “Nichts. Da erkenne ich nichts”, war meine Antwort. Leider habe ich vergessen zu fragen, was das nun bedeutet. Keine Ahnung, warum ich das nicht gefragt habe. Irgendwie vergisst man beim Arzt oder in diesem Fall bei dem medizinischen Fachpersonal oft, nachzufragen. Ich glaube, das geht nicht nur mir so.

Eine gute halbe Stunde wurde sich für diese Voruntersuchung ausreichend Zeit genommen.

Dann kam ich nach kurzer Wartezeit zu der Ärztin in Weiterbildung (AiW), Sabrina Ehlers. Auch hier hatte ich das Gefühl, dass man sich mehr Zeit für mich als Patienten nimmt, als im Augenzentrum Nordwest, wo ich vorher in Behandlung war. Da ich meine mittlerweile dicke Akte mit dem Gutachten und anderen relevanten Daten dabei hatte, bot mir die Ärztin an, dass sie sich außerhalb ihrer Arbeitszeit in der Praxisklinik die Unterlagen zu Hause in Ruhe anschaut. Da mir dies ja nur weiterhelfen kann, überließ ich ihr meine Akte, die ich ja zusätzlich digital auf meiner Dropbox-Cloud gespeichert habe.

Die Ärztin untersuchte dann mit der Spaltlampe den Sehnerv meines linken Auges und stellte fest, dass er nur sehr schwach zu sehen, also defekt zu sein scheint. Möglicherweise tatsächlich durch einen Augeninfarkt, verstopfte Gefäße.

Bei meiner Sehkraft stellte sie fest, dass sie sich nicht verschlechtert zu haben scheint, seit dem letzten Befund, der vorlag. Sie hat auch meinen Augeninnendruck mit einer zweiten Methode gemessen, ohne diesen typischen Luftstoß. Keine Ahnung, welche Methode das war. Wahrscheinlich die Messung mit dem Applanationstonometer nach Goldmann, das an der Spaltlampe befestigt ist. Darauf deuten die mir verabreichten orangen Augentropfen hin, die die Hornhaut örtlich betäuben und gleichzeitig Fluorescein beinhalten.

Augenärzte scheinen entweder nicht sehr gesprächig zu sein oder glauben, dass der Patient zu dumm ist, um sich mit ihm auszutauschen. Wegen des Augeninnendruckes, der bei ihrer Messung “grenzwertig” war (die genauen Werte blieben ihr Geheimnis), deutete sie an, dass man das anstelle von Augentropfen mit Laserstrahlen behandeln könnte.

Die Ärztin hat sich fast eine dreiviertel Stunde Zeit genommen und nun habe ich wohl eine neue Augenärztin gefunden. Das beruhigt mich einerseits. Andererseits bin ich allerdings verunsichert, warum ich über die Untersuchungen keinen Befund erhalten habe, denn auf meine Frage diesbezüglich sagte sie, dass mir kein Untersuchungs-Befund ausgehändigt wird. Ich war so baff, dass ich noch nicht einmal fragte, warum.

Ich versuchte inzwischen zu ergoogeln, ob Ärzte in Weiterbildung möglicherweise nicht befugt sind, einen Arztbrief, Befund selbständig auszustellen, bin da aber zu keinem Ergebnis gekommen beziehungsweise hatte auch keine Lust, seitenlange Abhandlungen darüber zu lesen. Deshalb habe ich am 4. März eine eMail an die Arztpraxis geschickt, mit der Frage, warum ich keinen Befund erhalten habe. Eine Antwort steht noch aus.

Genauso schlau wie vorher

Im Grunde bin ich jetzt genauso schlau wie vorher. Noch nicht einmal mein Visus links und rechts wurde mir ungefragt bekannt gegeben. Das einzig Neue, das ich erfahren habe und in Besitz einer Broschüre bin: “SLT, Laser statt Tropfen. Die sanfte Alternative in der Glaukomtherapie”.

SLT, selektive Trabekuloplastik, ist eine Lasertherapie, die den beim Glaukom (grüner Star) erhöhten Innendruck um maximal 25 % senkt und bei 75 – 80 % der Patienten wirkt. Ich ahne allerdings schon, dass ich zu den 25 bis 30 % gehöre, bei denen diese Therapie nicht wirkt.

Das soll wohl Ende April, also wie immer “im nächsten Quartal” gemacht werden. Warum Ärzte Untersuchungen immer erst “im nächsten Quartal” durchführen wollen, hat wohl wirtschaftliche und nicht medizinische Gründe. Aber das hängt sicher mit der Abrechnungspolitik der Krankenkassen, unserem ungerechten Gesundheitssystem zusammen. Ich finde es schlimm, dass Untersuchungen oder Therapien nur aufgrund wirtschaftlichen Druckes, den Ärzte und Krankenhäuser durch die Gesundheitspolitik haben, hinausgezögert werden, obwohl es dafür keine medizinischen Gründe gibt.

Update 11.3.2020: Da ich durch Ausprobieren herausgefunden habe, dass ich mit dem linken Auge am besten durch ein Glas mit 0,00 Dioptrie sehen kann, ohne dass mir schwindelig wird oder ich Kopfschmerzen bekomme, habe ich jetzt ein solches Glas einsetzen lassen, das mit 49 € zu Buche schlug (durch die Anpassung an das rechte Brillenglas, entspiegelt). Das ist jetzt das dritte Brillenglas seit der Verordnung eines mir unangenehmen, Schwindel verursachenden Brillenglasses nach der Katarakt-OP. Es ist mir schleierhaft, dass eine Augenärztin des Augenzentrums Nordwest das nicht erkannt hat und mir ein “falsches” Brillenglas verschrieben hat.

Mir unverständlich ist auch, warum mir die aktuelle Augenärztin ein solches Glas nicht verschrieben hat, sondern davon ausgegangen ist, dass ich mit einer Brille links ohne Glas herumlaufe.

Vom Regen in die Traufe

Am 4. März habe ich folgende eMail an die behandelnde Augenärztin der Augen-Praxisklinik geschrieben:

“Sehr geehrte Frau Ehlers.

Ich beziehe mich auf den gestrigen Behandlungstermin bei Ihnen und möchte Sie bitten, die Ihnen überlassene Akte am 18. März 2020 bei Ihrer Rezeption zu hinterlegen, da ich die Akte an diesem Tag etwa um 11 Uhr wieder benötige und abholen muss.
bei Interesse auch weitere Informationen.
Ggf. kann ich Ihnen nach dem 18.3. auch online-Zugang zu der pdf-Version des Gutachtens und aller Anlagen geben, falls Sie es bis dahin nicht schaffen sollten.
Ich habe aber zum gestrigen Termin noch folgende Fragen:
Warum habe ich keinen Befund über die gestrigen Untersuchungen bezüglich Visus, Augeninnendruck, Sehtestkarte, bei der ich nur den Stern oben erkennen konnte, erhalten?
Ist für meine täglich mehrstündige Arbeit am Laptop die Gleitsichtbrille geeignet oder wäre da nicht eine Computerbrille besser? Ich sehe die Schrift nämlich nur in einem bestimmten Winkel des Kopfes scharf.
Eigentlich hätte ich noch einige weitere Fragen über die postoperativen Untersuchungen beim Augenzentrum Nordwest, die mir dort nicht beantwortet wurden, aber vielleicht können Sie das ja nach Durchsicht der Akte tun.
Vielen Dank für Ihre Mühe.”

Keine Antwort

Auf diese eMail bekam ich zunächst keine Antwort. Also rief ich kurz vor dem Termin, an dem ich meine Akte abholen wollte, in der Augen-Praxisklinik an und fragte, warum ich auf meine eMail noch keine Antwort bekommen hätte. Die Freundliche an der Rezeption antwortete, dass dies krankheitsbedingt sei. Die Frage, ob meine behandelnde Ärzin denn krank sei und deshalb nicht auf meine eMail geantwortet habe, verneinte sie und bestätigte, dass meine Akte an der Rezeption abholbereit sei.

Da es so langsam mit der Corona-Pandemie Ernst wurde und ich wegen der Ansteckungsgefahr nicht unbedingt eine Arztpraxis betreten wollte und immer noch keine Antwort auf meine Fragen hatte, schickte ich am 19.3.2020 folgende eMail an die Geschäftsleitung und das Qualitätsmanagement der Augenpraxisklinik Rostock:

“Sehr geehrte Damen und Herren.

Gemäß telefonischer Vereinbarung am 12.3. liegt meine persönliche Akte mit einem Gutachten und anderen wichtigen Unterlagen, die ich auf ihren Wunsch Ihrer ÄiW Ehlers überlassen habe, an Ihrer Rezeption zur Abholung bereit.

Durch die aktuelle Entwicklung der COVID-19-Verbreitung möchte ich mich nicht der Ansteckungsgefahr aussetzen und kann die Akte nicht persönlich abholen. Ich möchte Sie deshalb bitten, mir meine Unterlagen per Postpaket

an meine Packstation (Adresse entfernt)

zuzusenden und mir dies am Absendetag per eMail zu bestätigen.
Als Brief an meine Adresse bestünde die Gefahr, dass die Unterlagen verloren gehen.

Zu meiner Untersuchung am 3.3.2020 bei ÄiW Ehlers habe ich folgende Fragen:

Warum habe ich keinen Befund der Untersuchung erhalten?
Warum habe ich keine Verordnung für ein Brillenglas für das linke Auge erhalten? Jetzt musste ich 49 € für ein entsprechendes Glas, bei dem mir nicht schwindelig wird wie bei den vorangegangenen zwei Gläsern, bezahlen. Bei einer Verordnung hätte ich nur eine Zuzahlung leisten müssen.
Ich hätte auch erwartet, dass mir die postoperativen Untersuchungsergebnisse, die ich vorgelegt habe, kurz erklärt werden, denn bis heute weiß ich nicht, welche genauen Augenerkrankungen ich überhaupt habe. Dies wird ja auch über “Einholung einer Zweitmeinung” von der Krankenkasse bezahlt.

Eigentlich war ich mit der Untersuchung in Ihrer Praxisklinik sehr zufrieden, nur das Arzt-Patient-Gespräch war für mich persönlich unbefriedigend, da ich genauso schlau wie vorher bin.

Bitte teilen Sie mir mit, wie und wann ich eine Zweitmeinung Ihrerseits erhalten kann.”

Weitere Behandlung abgelehnt

Mit Datum vom 20.3.2020 bekam ich auch eine postwendende Antwort mit meiner Akte, die so in meinen Briefkasten gequtscht wurde, dass ich sie kaum heraus bekam.

Darin enthalten war ein Befund der Untersuchung vom 20.3.2020, in welchem mir die Ärztin in Weiterbildung unter anderem alsTherapie vorschlägt: “Brille so belassen”. Sie empfiehlt ernsthaft eine Brille ohne Brillenglas auf dem linken Auge. Ich lasse das mal so stehen, ohne meinen Kommentar dazu abzugeben, auch wenn es mir schwer fällt.

Darüber, dass ich einen Befundbericht verlangt habe, äußerte sie sich wörtlich “Es ist nicht üblich, jedem Patienten einen ausführlichen Brief jedes Mal mitzugeben …” Auch hier erspare ich mir einen Kommentar.

Es folgt eine halbe Seite wirres Blablabla und dann fett geschrieben, dass sie sich bestätigt fühlt, dass zwischen mir und der Praxisklinik “kein Vertrauensverhältnis entstehen wird … und ich von weiteren Terminvereinbarungen in der Praxis absehen solle”.

Das Ganze war dann unterschrieben mit dem kleingeschriebenen “dr. med” für sie, die Assistenz-Ärztin (in Weiterbildung) und den Unterschriften der anderen vier Gesellschafter dieser Augen-Praxisklinik. Ich möchte anmerken, dass diejenigen Ärzte, die das Examen an der Asklepios Medical School gemacht, dafür ein Diplom erhalten und sich “doktor” kleingeschrieben nennen darf, keine Schmalspurmedinziner, sondern eine solide, praxisnahe Ausbildung hinter sich haben. Ich verstehe nur nicht, dass sie auf der Website der Augenpraxisklinik auch nicht als solche beschrieben wird.

Geldmaschinen ohne ärztliche Ethik

Natürlich hat sich diese Augen-Praxisklinik für mich nun auch erledigt. Übrig bleibt jetzt nur noch die Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde Rostock und ein paar Augenärzte, die scheinbar keinem Netzwerk angeschlossen sind. Ich habe also drei Monate umsonst auf einen Termin gewartet und muss neu überlegen, wie es mit meinen Augen weitergeht …

Fall es dich interessiert, hier ist der gesamte Artikel über meine Katarakt-Operation

Nachdem meine Rezension 2020 gelöscht wurde, ohne dass ich es bemerkt habe, habe ich 2023 erneut eine google-Bewertung abgegeben.

Weitere Rezensionen zu dieser Augen-Praxisklinik kannst du über diesen Link nachlesen

Nach meinen bisherigen Erfahrungen sind diese sogenannten Augen-Praxiskliniken reine Geldmaschinen mit betriebswirtschaftlicher Ausrichtung ohne Rücksicht auf das Wohl des Patienten oder auf die ärztliche Ethik.

Am besten behandelt habe ich mich bisher in der Universitätsaugenklinik Rostock gefühlt, aber eine Weiterbehandlung konnte nicht durchgeführt werden, da dieses bürokratische Gesundheitssystem verlangt, von einem niedergelassenen Augenarzt an die Universitätsklinik “überwiesen” zu werden. Aber den muss man unter all diesen “Praxiskliniken” erstmal finden.

 

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