Die Corona-Krise aus meiner Sicht

Geschätzte Lesezeit: 18 Minuten

… als Risikoperson durch chronische Herz-Kreislauf-Erkrankung

Herzen auf meiner Schlafbekleidung, bevorzugt 100 % Baumwolle

Die Hände gewaschen, nachdem ich in öffentlicher Umgebung gewesen bin, habe ich schon lange vor der Corona-Krise und lange vor meiner Herzkrankheit. Das ist mir und Vera inzwischen ins Blut übergegangen.

Wir haben glücklicherweise auch selten Erkältungskrankheiten. Und wir halten uns soviel wie möglich draußen auf, das stärkt durch die Vitamin-D-Bildung und die gute Durchblutung der Lunge auch das Immunsystem. Dies wird ja auch bei möglichen Ausgangsbeschränkungen erlaubt sein, ebenso wie der Weg zu oder der Aufenthalt im eigenen Kleingarten.

Hamsterkäufe

Hamsterkäufe in Rostock, hier Lidl am 13.3.2020

Am Anfang der Corona-Krise wurden bei uns in Rostock extreme Hamsterkäufe getätigt. Vielleicht liegt dies auch daran, dass die Menschen hier im Osten der Republik noch aus DDR-Zeiten diesbezüglich traumatisiert sind. Warum Leute allerdings Toilettenpapier hamstern, ist mir völlig schleierhaft. Es wird nicht knapp werden, genauso wenig wie Mehl oder Nudeln. Leider sind momentan auch Eier ständig ausverkauft. Die Leute scheinen wohl Plätzchen auf Vorrat zu backen. Eigentlich ja keine schlechte Idee, aber die Zutaten kann man doch auch nach und nach kaufen.

Arzttermin abgesagt

Einen Termin für eine Herzszintigraphie am 16. März habe ich abgesagt, denn auch wenn diese Untersuchung wichtig für mich ist, damit der Zustand meiner Herzkranzgefäße geprüft werden kann, halte ich es für sinnvoll, sich vorerst als Risikopatient nicht der Gefahr einer Infektion auszusetzen, denn ich kannte diese Praxis noch nicht persönlich und die Bewertungen im Internet waren auch nicht gerade vertrauenerweckend. Im Gegenteil.

Im Übrigen werden seit 1. Juli 2017 Online-Videosprechstunden von den Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen übernommen (siehe Link unten). Ich denke mal, dass sich jetzt durch die Corona-Situation die Ärzte vermehrt entscheiden werden, an diesem Programm teilzunehmen. Ich werde bei meiner Hausärztin mal nachfragen und gegebenenfalls einen Termin für eine Online-Videosprechstunde absprechen, denn ich habe einige Fragen, wie es nun bei mir trotz Corona-Krise weitergeht. Natürlich werde ich dann hier auch darüber berichten.

Ich darf mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn mein Herzstillstand und die Herzschrittmacher-Implantation nicht Mitte Januar, sondern jetzt gewesen wäre.

Der Kampf der Generationen

Jüngere Menschen scheinen die Corona-Krise nicht ganz ernst  zu nehmen, ja machen sich sogar teilweise lustig über die Situation. Und wenn man die Bilder sieht, wie junge Menschen in Parks sogenannte Corona-Partys abfeiern und sämtliche öffentlich empfohlenen Verhaltensmaßnahmen ignorieren, dann braucht sich niemand zu wundern, wenn zum Schutz der älteren und vorerkrankten Mitbürger und zur Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens durch Flachhalten der Infektionskurve zu härteren Reglementierungen wie Ausgangssperre, gegriffen werden muss. Eine solche Ausgangssperre würde allerdings die vernünftigen Menschen oder auch mich schwer treffen, denn gerade für ältere oder chronisch kranke Menschen ist Bewegung an der frischen  Luft überlebenswichtig.

Mittlerweile hört man allerdings auch das Wort “Ausgangsbeschränkung”, eine abgeschwächte Form der Ausgangssperre (neudeutsch “Lockdown”). Man kann spazieren gehen, alleine oder mit dem Partner, seinen Kleingarten aufsuchen und ähnliche Ausnahmen. Bayern hat hier zum 21. März, den Anfang gemacht.

Dieses fast kindische Verhalten mancher jungen Menschen, die Warnungen und Empfehlungen der Viren-Experten zu ignorieren, erinnert mich irgendwie an die Flüchtlingskrise 2016, als die meisten noch glaubten, dass sich da keine Kriminellen oder gar Terroristen unter die “anständigen” Flüchtlinge mischen würden.

Auch wenn ich kein Freund von Merkel bin, ihre Ansprache an die Nation am 18.3.2020 fand ich bemerkenswert. Nein, sogar beeindruckend. Hoffentlich kapieren nun auch die letzten “Ungläubigen” den Ernst der Lage.

Aber das mit dem Abstandhalten will immer noch nicht in die Köpfe rein, weder bei den jungen noch teilweise bei den ganz alten Menschen. Dass da wie heute bei Lidl Markierungen für den Mindestabstand geklebt werden müssen, ist schon ein trauriges Bild. Und auch die Kassiererinnen werden erst ab heute, dem 20. März durch Aufstellen von Kisten als Abstandssperre geschützt.

Das entscheidende Wochenende

Ich finde die Ankündigung des Kanzleramtes, das soziale Verhalten, sprich die Bewegungen der Bundesbürger über anonyme Handy-Bewegungsdaten speziell in Parks auf Gruppenansammlungen zu überprüfen, sehr sinnvoll in dieser ernsten Situation. Dies ist auch kein Ausschnüffeln, sondern dient zum Schutz der Schwächeren in unserer eher egoistischen Gesellschaft. Ich bin echt gespannt, was dabei herauskommt, wie sich die Jugendlichen und jüngeren Menschen an diesem 21. und 22. März verhalten werden.

Die neuesten Meldungen besagen allerdings, dass nun Baumärkte als Freizeitvergnügen, insbesondere für Familien mit Kindern genutzt werden und Mitarbeiter, die auf Mindestabstand hinweisen, sogar bepöbelt werden.

Da ich gestern in unserem Kleingarten war und wohl auch heute dort sein werde, kann ich nicht selbst beurteilen, wie es in den Parks und Baumärkten gestern aussah. Wie überlaufen oder – wie jetzt – (ziemlich) menschenleer Warnemünde ist, kann ich ja immer über meine Live-Cam-Seite sehen. Auch die Temperatur und die Bewölkung. Sehr praktisch! Warnemünde gehört zurzeit wieder den Rostockern und Einheimischen alleine. Auch schön, ohne Gedränge.

Warnemünde, 23. März 2020 ohne Touristen

Apropos Kleingärten: Der neue Bürgermeister von Rostock, der Däne Claus Ruhe Madsen hat angekündigt, im Falle einer Ausgangssperre das Schlafverbot in Kleingärten gemäß dem nicht mehr zeitgemäßen  Bundeskleingartengesetz “auszuhebeln” Rostocker sollen in dieser Zeit oder auch bei vom Gesundheitsamt angeordneter Quarantäne in ihren privaten Kleingärten leben und übernachten dürfen. (Quelle: Ostseezeitung). Ich hätte das ohnehin auch ohne Erlaubnis getan, um ehrlich zu sein.

Letzteres wird jedoch von vielen Kleingartenbesitzern immer schon praktiziert, ist sozusagen inzwischen zum Gewohnheitsrecht geworden. Ich selbst würde mich auch nicht durch dieses veraltete Gesetz aus dem Jahr 1983 davon abhalten lassen, im Kleingarten zu übernachten oder im Falle einer Obdachlosigkeit dort zu leben. Wie schnell man obdachlos werden kann, haben wir 2012 gemerkt, als wir hier in Rostock fast keine Wohnung gefunden hätten, weil wir einen größeren Hund, unseren Gianni, hatten. Heute hat hier gefühlt jeder Zweite problemlos einen Hund. Die meisten fragen den Vermieter vorher gar nicht mehr um Erlaubnis.

Putin, Erdoğan und die englischen Pubs

Komisch finde ich übrigens, dass man aus bestimmten Ländern wie Russland, der Türkei und sogar Großbritannien kaum etwas über die Corona-Situation erfährt.

“Corona ist hart, Putin ist härter”, so eine Schlagzeile des Spiegel online. “Sorry, we are closed” steht an den Türen der von den Engländern geliebten Pubs, erfährt man beim Googeln.

Die Regierung der Türkei behauptete zunächst, das Land sei corona-frei. Inzwischen gibt jedoch Erdoğan zu, dass die Pandemie auch die Türkei erreicht hat, verniedlicht es allerdings kämpferisch: “Kein Virus ist stärker als die Türkei” (Quelle: Süddeutsche Zeitung).

Die gemeinsame Entscheidung der Bundesregierung mit den Bundesländern, ein sogenanntes Kontaktverbot zu verordnen, finde ich als Risikoperson die richtige Entscheidung und gerade noch rechtzeitig. Viel später hätte das nicht sein dürfen! Eigentlich ist es ja auch kein Kontaktverbot im wahrsten Sinne des Wortes, sondern eine Kontaktbeschränkung auf zwei Personen beziehungsweise einen Haushalt.

Aber das Wort “Verbot” ist schon sinnvoll bei den doch reichlich Unbelehrbaren in dieser Republik. In der Pressekonferenz nannte die Kanzlerin dieses Verbot dann wieder abgeschwächt “Regel”. Hier merkt man deutlich ihre Herkunft. Als Ostdeutsche tut man sich schwer mit Verboten und Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit.

Wie in den 70-ern

Schon gestern erinnerte mich der Auto- und auch Personenverkehr auf den Straßen an meine Zeit als junger Mensch in den 70-ern. Einfach eine Wohltat, dass das öffentliche Leben zwangsläufig mal derart heruntergefahren wird. Man sagt ja, aus jeder Krise entwickelt sich etwas Positives. Ich bin mal gespannt, was das bei der Corona-Krise sein wird …

Heute, am 24. März mussten wir mal wieder einkaufen. Ich fühlte mich allerdings streckenweise unwohl, weil mir Leute ohne Hirn und Verstand mitunter bedrohlich nahe kamen, sich einfach nicht an die Abstandsregeln hielten. Ich war froh, als ich wieder aus dem Supermarkt draußen war.

im Kleingarten dann ein ähnliches Bild: Vor allem die jungen, rücksichtslosen Leute uns gegenüber interessierte das Kontaktverbot überhaupt nicht. Ihr Kleingarten wurde kurzerhand in einen Kinderspielplatz umgewandelt. Ein unsichtbarer Virus scheint ganz offensichtlich die Intelligenz mancher Mitmenschen deutlich zu überfordern. Sie verstehen die Situation teilweise immer noch nicht. Armes Deutschland, kann man da nur sagen. Oder armes Ostdeutschland?

Auf dem Rückweg nach Hause hörte ich im Radio folgende positive Nachricht zur Corona-Krise: Die Stadt Düsseldorf erlässt seinen Bürgern ab sofort bis auf Weiteres die Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen. Die Menschen sollen möglichst auf Fahrten in Bus und Bahn wegen der Ansteckungsgefahr verzichten, so der Oberbürgermeister Thomas Geisel. Ich finde die Idee gut. Schade nur, dass die Stadt Rostock dies bisher nicht umgesetzt hat, auch nicht in Warnemünde. Dafür wird Warnemünde aber bis zum 30. Juni von Kreuzfahrtschiffen verschont (Quelle NDR 1 Radio MV).

Der Garten als #bleibzuhause

Heute, am 25. März, sitze ich am Laptop und überlege, was ich berichten könnte. Da wir heute nicht einkaufen mussten, gab es nur die beiden kontaktlosen alternativen Beschäftigungen im Freien: Strammes Spazierengehen am Strand in Warnemünde oder Gartenarbeit. Beides ist Bewegung, die wiederum ist wichtig für ein gutes Immunsystem. Und das brauchen wir als über 65-jährige sogenannte Risikopersonen gerade jetzt in der Corona-Zeit. Und das sonnige Wetter liefert darüber hinaus das wichtige Vitamin D. D wie Dauer. Auch wichtig für ein starkes Immunsystem. Aber im vermutlich nicht allzu überlaufenen Warnemünde drei Euro an Parkgebühren abzudrücken, das widerstrebt mir in Krisenzeiten. Also hat der Garten heute gewonnen und wird täglich frühlings-fitter.

Ich spüre nun nach etwa zwei Wochen Corona-Krise auch schon Entschleunigung in meinem Leben, aber auch steigende Existenzängste. Vor dem Virus SARS-CoV-2, der die Krankheit COVID-19 auslösen kann, habe ich mich schon oft gefragt, warum bei dem heutigen Stand der Technik immer noch zu Geschäftsterminen rund um den Globus geflogen wird, warum man mit Anliegen oder Anträgen bei Behörde in der Regel persönlich vorsprechen muss, warum nicht einfach viel öfter Videokonferenzen stattfinden. Nun bin ich überzeugt, dass nach der Corona-Krise eine allgemeine Entschleunigung im Privat-, Berufs- und Geschäftsleben stattfinden wird und die verschiedenen Kommunikationstechniken besser genutzt werden und somit auch die Umwelt geschont werden wird. Sie wird der Menschheit auch etwas Positives bringen, diese Krise. Davon bin ich überzeugt.

 

Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) ein Magnoliengewächs in unserem Garten

Und nun geht’s wieder in den Garten. Dort geht es voran mit der Arbeit, unser “Zuhause” in der kontaktlosen Zeit möglichst hübsch zu gestalten. Es könnte alles so schön sein, wären da nicht rücksichtslose junge Gartennachbarn mit verhaltensgestörten Kindern, die glauben, sie wären die einzigen Menschen auf der Welt und ihre Kinder in primitiver Sprache anschreien, das Radio solch hoher Lautstärke einstellen, dass es nervt und sich so laut unterhalten, dass man gezwungen ist, jeden Wortwechsel mit anzuhören.

Heute, am Freitag, dem 27. März mussten wir mal wieder einkaufen. Inzwischen stehen Leute vom Sicherheitsdienst vor der Tür und im Supermarkt, um die immer noch Unaufgeklärten oder Uneinsichtigen auf die Verhaltensregeln aufmerksam zu machen, wie beispielsweise eine Rollatorfahrerin, die viel zu dicht dich auf mich “auffuhr”. Aber da gibt es auch die Schlaumeier und Freizeitpolizisten. Als ich nach der Bezahlung im Laden kurz stehen blieb, um meinen Bon zu überprüfen, meinte so ein selbsternannter Hilfssheriff: “Eingepackt wird draußen.”

Irgendwie wird einem im TV immer Zusammenhalt unserer Gesellschaft vorgegaukelt. In der Realität kommt mir das nicht so vor. Ich kann ja nicht leugnen, dass ich nun auch zu den “älteren Leuten” gehöre und stelle eine gewisse Aggressivität jüngerer Menschen gerade jetzt in der Corona-Situation mir gegenüber fest. Aber auch allgemein werden die Menschen aufgrund der notwendigen Einschränkungen ganz offensichtlich immer aggressiver. Auf dem Rückweg vom Garten wechselte ein auf dem Gehweg fahrender Radfahrer ganz plötzlich vor mir auf die Straße, sodass ich voll in die Bremse gehen musste. Da ihn das Quietschen meiner Reifen nicht beeindruckt hatte, hupte ich noch zusätzlich, worauf er mir mit einer Handbewegung wie “du kannst mich mal” antwortete.

Und zum Wochenende kommt jetzt auch wieder die Zeitumstellung. Vielleicht interessiert dich mein Blog-Artikel “Der Cloxit” zu diesem jetzt allerdings nicht mehr ganz so wichtigen Thema zu Zeiten des SARS-CoV-2. Jetzt aber erstmal wieder in den Garten, bevor es morgen, am Sonntag, wettermäßig ziemlich ungemütlich werden soll.

Heute, am Sonntag, dem 29. März geht’s mal nicht in den Garten.

Nach einer Woche Shutdown beginnen nun manche Politiker, vorzuschlagen, die Kontaktbeschränkungen langsam zu lösen, damit sich die wirtschaftlichen Folgen in Grenzen halten. Oder Vorschläge, wie “nur die Risikopersonen und alten Menschen isolieren” und für die jungen Menschen die Regelungen aufzuheben. Glücklicherweise ist das nur eine politische Minderheit, die so menschenverachtend denkt und möglichst schon morgen, nach nur einer Woche Einschränkungen, wieder auf den Hamsterrad-Modus umschalten möchte.

Mittlerweile ist Dienstag, der 31. März und ich stellte fest, dass ich mich bei Aldi sehr unwohl, ungeschützt gefühlt habe im Gegensatz zum Lidl-Supermarkt, bei dem Sicherheitspersonal aufpasst, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. Auch in Lütten-Klein, einem nordwestlichen Stadtteil von Rostock, einer Großwohnsiedlung in Plattenbauweise, waren heute wieder so viele Menschen unterwegs, dass es gar nicht so einfach war, immer zwei Meter Abstand zu wahren. Möglicherweise, weil Markttag war. Ich habe mich jedenfalls irgendwie bedrängt gefühlt und werde in Zukunft den sogenannten “Boulevard” die nächsten zwei Wochen meiden.

Warnemünde im Corona-Modus – 14. April

Im TV habe ich einen Bericht über Weißrussland (Belarus) gesehen, in dem der Diktator Lukaschenko die Pandemie einfach ignoriert nach dem Motto “Ich seh keinen Virus, also gibt es auch keinen”. Das ist fast genauso verlogen und unnütz wie das Klatschen von Balkons für Pfleger und Krankenhauspersonal  oder so verrückt und lächerlich wie der Pfarrer, der sich von seinen Schäfchen Fotos schicken ließ, diese auf die Kirchenbänke legte und zu diesen Fotos predigte. Auf welche bescheuerten Ideen kommt die Spezies Mensch wohl noch in dieser Krise? Pflegeberufen, Klinikärzten und Verkäuferinnen oder anderen unterbezahlten oder ausgenutzten Berufsguppen sollte man im Alltag seine Wertschätzung zeigen und nicht erst bei einer Pandemie. Und die Kirche, egal ob katholisch oder protestantisch, ist genauso verlogen.

Diese ganze Hero-Campagne ist mal wieder so eine typisch amerikanische Übertreibung, die der Deutsche wie immer übernommen hat.

Bin momentan lustlos und depressiv

Ich habe schon ein paar Tage nicht mehr im Blog geschrieben, bin irgendwie durch diese Pandemie-Berieselung lustlos und antriebslos geworden. Ich stelle beim Einkaufen auch fest, dass die Menschen immer rücksichtsloser, aggressiver und egoistischer werden. Man selbst kann beim Einkaufen kaum die Abstandsregeln einhalten, weil sich immer wieder jemand dazwischen drängt oder sich so verhält, als ob es gar keinen SARS-CoV-2-Virus gäbe … Und ich nutze das Traum-Wetter, mich zur Zeit fast nur im Garten aufzuhalten, zu bewegen und Vitamin-D zu tanken …

 

Wie der Mindestabstand in meiner Heimat errechnet wird …

Fazit

Nachdem die Corona-Krise durch den bundesdeutschen Föderalismus nun quasi beendet wurde, möchte ich ein Fazit ziehen.

Obwohl ich die Einwanderungspolitik von unserer “ewigen” Bundeskanzlerin abgelehnt habe und sie auch sonst nicht (mehr) besonders mag, bin ich der Meinung, dass sie bei der Corona-Krise alles richtig gemacht hat. Ich habe die Krise bisher ohne Infektion mit SARS-CoV-2 überstanden. Von dem in den Medien viel gerühmten Zusammenhalt der Menschen unter dem Motto “#wirhaltenzusammen” als Nachfolge-Slogan von “#wirbleibenzuhause”  habe ich hier in Rostock allerdings nichts gemerkt.

Ich habe natürlich während der Pandemie auch keine Arztbesuche wahrgenommen und lebe immer noch. Oder gerade deshalb, weil ich nicht Stunden in vollbesetzten Wartezimmern sitzen musste.

An die Maske gewöhnt sich Mensch, wie an alles, denn er ist ein “Gewohnheitstier”. Es gibt sicher angenehmere Accessoires als einen Mund- und Nasenschutz, bei dem man die ausgeatmete Luft wieder einatmet und die Brille durch die Feuchtigkeit beschlägt, aber wenn alle diesen Schutz tragen, wird dies sicher dazu beitragen, dass sich die Reproduktionszahl (Ansteckungsrate) weiterhin im Bereich deutlich unter 1 bewegt (Status 7-Tage-R-Wert 2. Juni: 0,89 – gering gefallen gegenüber der Vortage).

Aber ob die Lockerungen, insbesondere die Aufhebung des Reiseverbotes zwischen den Bundesländern sinnvoll ist, wird sich zeigen. Ich bezweifel das und glaube, dass nun Corona-Fälle beispielsweise nach Mecklenburg-Vorpommern importiert werden, wenn wieder Touristen an die Strände oder Seen des Bundeslandes kommen, das bisher weitgehend(st) vom Corona-Virus verschont geblieben ist.

Man hört auch täglich neue Erkenntnisse über den Virus, insbesondere die Übertragung über Aerosole in der Luft, das schnelle Absterben des Virus auf trockenen Flächen und dass erst eine bestimmte Menge von SARS-CoV-2 zur Infektion führt. Das alles trägt natürlich dazu bei, dass man Aussagen der Politik nicht (mehr) so recht glaubt, jeder sich sein eigenes Bild macht und man insgesamt etwas lockerer und entspannter mit der Situation umgeht.

Vera mit Maske auf dem “Netto-Parkplatz” in Lütten-Klein

Ich für meine Person bleibe allerdings weiterhin sehr vorsichtig, trage die leichte, grünliche OP-Maske beim Einkaufen und nutze sie nach dem Trocknen an der frischen Luft auch immer wieder, da sich mögliche Viren nach meinen Erkenntnissen dann auf der Maske nicht lange halten können, wenn sie trocken ist. Auch sehe ich es nicht ein, dafür in der Apotheke 1,60 € pro Stück zu bezahlen. Das Atmen durch die Maske finde ich sehr unangenehm, da man seine verbrauchte, ausgeatmete Luft immer wieder einatmet. Vom Beschlagen der Brillengläser ganz zu schweigen. Allerdings habe ich da schon einige Tricks herausbekommen, dass das nicht passiert. Ansonsten achte ich weiterhin auf genügend Abstand zu anderen und warte gegebenenfalls lieber einen Moment, wenn der Abstand an einem Regal im Geschäft zu eng werden könnte. Und ich desinfiziere oder wasche meine Hände nach dem Einkaufen gründlich.

Ein Restaurant würde ich in diesen Zeiten keinesfalls besuchen. Auch keinen Biergarten. Das Vertrauen, dass die Gläser vor der Nutzung durch mich in der Spülmaschine waren, hätte ich ehrlich gesagt nicht. Und aus der Flasche trinken kann ich auch zu Hause viel billiger. Soziale Kontakte findet man heutzutage in Biergärten auch kaum. Also, was soll’s.

Neue Erkenntnisse: Multiorganvirus

In verschiedenen Quellen (siehe auch bei Links unten) habe ich inzwischen gelesen, das SARS-CoV-2 nicht ausschließlich eine Lungenkrankheit zu sein scheint, sondern auch andere Organe angreift wie zum Beispiel das Gehirn, die Nieren, das Herz, die Leber, das Blut und die Gefäße.

“Das neue Coronavirus befällt laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) neben der Lunge auch zahlreiche andere Organe. «Sars-CoV-2, das neuartige Coronavirus, ist nicht nur ein Lungenvirus, sondern ein Multiorganvirus», sagte der Leiter der Studie, Tobias Huber. Das hätten Untersuchungen von 27 an Covid-19 gestorbenen Patienten gezeigt. In einer weiteren Studie sollen am UKE Häufigkeit und Schwere von Infektionen bei Kindern untersucht werden.” (Zitat: insuedthueringen.de )

Übrigens hat das Kanzleramt heute, am 16. Mai mitgeteilt, dass es keine Impfpflicht gegen das Corona-Virus geben wird.

Fast wieder Normalität eingekehrt

“Sommer, Sonne, Spaß am Strand: In Warnemünde ist zum Start ins Pfingstwochenende schon fast Normalität eingekehrt”, zwittschert die Ostseezeitung am 30. Mai. Wie voll die Promenade am Alten Strom war, zeigt ein Foto des Nordkurier, auch wenn es durch das Teleobjektiv etwas verfälscht sein dürfte, was den Abstand angeht. Na, wem’s gefällt, in noch nicht überstandener Corona-Krise so das Meer zu “genießen” …

Alter Strom am Pfingstsamstag (Foto: Nordkurier)

Dies ist mal wieder ein Blog-Artikel, an dem ich nach und nach weiterschreibe, was in diesem Fall sogar sinnvoll ist. Denn es wird eine Story mit (fast) täglich neuen Kapiteln werden und sich über Wochen, vielleicht sogar Monate hinziehen. Auch, oder gerade wegen der aktuellen Lockerungen.

Links

NEU: Aktuelle Zahlen des RKI (Berliner Morgenpost)

NEU: Aktuelle Reisebestimmungen Ostsee

NEU: Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des ADAC

NEU Welt Live-Ticker

Neu Aktuelle Zahlen Mecklenburg-Vorpommern

NEU NDR-Visite: Schädigt Corona die Blutgefäße?

Allgemeine und tagesaktuelle Informationen und weiterführende Links durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Wikipedia: Die COVID-19-Pandemie in Deutschland

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Information der TK zur Online-Videosprechstunde

Am 20. März: Brisant (mit Video): Was ist bei einer Ausgangssperre verboten, was ist erlaubt?

Am 20. März: Einschränkung des öffentlichen Lebens in den Bundesländern

Am 24. März: Was darf man als Bürger von McPomm und was darf man nicht?

Am 27. März: Covid-19-Radar: Grafiken zeigen das Ausmaß der Pandemie

Am 31. März: Covid-19 scheint Herzmuskelentzündungen zu begünstigen

Am 1. April: Wodka hilft gegen Corona-Virus 😉

Am 1. April: Darf man zeitweise auf die Datsche umsiedeln?

Am 7. April: Worauf es beim Basteln einer Behelfsmaske ankommt

Am 8. Mai: Welchen Preis können Apotheken für Masken verlangen?

 

Aktuelles Video: 1. Juni

Die Blog-Playlist zu COVID-19

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Andi

andi

Ich bin im Sternzeichen des Schützen geboren. Nun weißt du Alles über mich.

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