Mein Herzstillstand ūüíĒ

Geschätzte Lesezeit: 52 Minuten

… oder dem Tod von der Schippe gesprungen

Der Blick von meinem Krankenbett in der Wachstation der Kardiologie im Klinikum S√ľdstadt Rostock

Am 14. Januar hatte ich zwischen 19 und 20 Uhr zwei Ohnmachten (Synkopen) innerhalb einer Stunde. Die zweite Ohnmacht, die ich im Sitzen ohne k√∂rperliche Anstrengung erlitt, war zwar kurz, aber so heftig, dass ich Todesangst bekam und meine Frau bat, nein anflehte, den Rettungsdienst zu rufen. Eher untypisch f√ľr mich als ehemaligen Krankenhaus- und Arzt-Verweigerer.

Es dauerte eine gef√ľhlte Ewigkeit, bis der Rettungsdienst eintraf. Ich dachte schon, die kommen nicht. Aber da standen sie dann im Wohnzimmer, die zwei Sanit√§ter und wunderten sich wohl, warum ich da sa√ü und nicht ohnm√§chtig auf dem Boden lag.

“Was ist denn passiert?”, fragten sie mich. “Hatte zwei Ohnmachten”, antworte ich noch etwas benommen. “Wie, in die Hose gemacht?”, fragte einer der Sanit√§ter etwas herablassend. Ich etwas schockiert √ľber die scheinbar missverstandene Antwort: “Nein, zwei Ohnmachten innerhalb einer Stunde gehabt”. Na, das kann ja was werden, dachte ich so bei mir. Die glauben wohl, ich bin ein Hypochonder, bilde mir die Ohnmachten nur ein.

Vielleicht tue ich den beiden Sanit√§tern Unrecht, aber ich hatte das Gef√ľhl, dass sie sich √ľber mich lustig gemacht haben. Sie haben auch nur Blutdruck gemessen, der war zu diesem Zeitpunkt, zwanzig Minuten sch√§tzungsweise nach der zweiten Ohnmacht, normal. Sie meinten noch, ich h√§tte doch lieber den kassen√§rztlichen Notdienst anrufen sollen. Irgendwie wollten sie mich nicht mitnehmen. Sie meinten, man glaube ihnen in der Notaufnahme bestimmt nicht, dass ich ein Notfall bin.

Aber in meiner Todesangst bin ich zu Fu√ü zum Rettungswagen gegangen, mit meinem Rucksack, einer Jacke, die ich noch √ľberzog und einer Kappe.

Im Rettungswagen sp√ľrte ich schon wieder eine beginnende Ohnmacht und schwankte zur Liege. Dort wurde ich erstmal mit dem Monitor verkabelt, bekam Sauerstoffschl√§uche in die Nasenl√∂cher und wurde festgeschnallt. Auf dem Monitor wurde meine Herzfrequenz von nur 36, also eine Bradykardie dokumentiert, das EKG stellte einen AV-Block 3. Grades fest und die Sanit√§ter entschieden sich, einen Notarzt hinzuzuziehen. Ich merkte auch, dass sie die Sache nun ernst nahmen und sich nicht mehr √ľber mich lustig machten.

Die Not√§rztin traf auch ziemlich schnell ein und verordnete als Akutbehandlung gegen den niedrigen Herzschlag und drohenden Herzstillstand Atropin. Nachdem sich mein Sinusrhythmus durch das Atropin stabilisiert hatte, ging die Fahrt los Richtung Klinikum S√ľdstadt, ohne Not√§rztin aber mit Blaulicht und Martinshorn an Kreuzungen. Ich war erstaunt, wie schallgesch√ľtzt es in solch einem Rettungswagen (RTW) ist.

Die etwa 12 Kilometer lange Fahrt, so glaubte ich wahrzunehmen, ging √ľber die Stadtautobahn und nach etwa zehn Minuten Fahrt wurde ich in die Notaufnahme des Klinikums S√ľdstadt geschoben und landete dort in der Kabine 8, ganz links au√üen, nachdem ich “umgebettet” und an den dortigen Vitaldatenmonitor angeschlossen wurde.

Klinikum S√ľdstadt in Rostock auf der R√ľckseite der Multimedia-Chipkarte

Hier sollte ich die nächsten sieben Stunden auf einer harten, unbequemen Liege und interessanter Geräuschkulisse verbringen.

Sofort betreute mich ein Arzt, stellte mir Fragen und machte sich Notizen. “Oh, Sie haben ja eine ganz sch√∂ne Knoblauchfahne”, sagte er. Ich: “Knoblauch ist doch sehr gesund, pustet die Adern durch.” Er: “Na, wenn man dran glaubt.” Oder war es die Not√§rztin, die das vorher im Rettungswagen √§u√üerte? Ich bin mir nicht ganz sicher, stand ja irgendwie noch unter Schock.¬† Die Antwort fand ich auf jeden Fall etwas unpassend, denn es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Knoblauchzehe (allium sativum) den Blutfettspiegel bis um zehn Prozent senkt und die Gef√§√üe “putzt”.

Ich glaube, auch ein weiteres EKG wurde gemacht, Blut entnommen, ein Rachenabstrich gemacht und eine Infusion gelegt, aber ich war ja noch benommen von dem Gift der schwarzen Tollkirsche, dem Atropin, auch abgeleitet von Atropos, der griechischen Schicksalsgöttin, im Mythos die Zerstörerin, deren Lebensaufgabe es war, den Faden des Lebens zu zerschneiden. Ganz schön dreideutig, dieses Atropin: Gift, Schicksalsgöttin, Zerstörerin. Aber das Gift als Arznei hat meinen Herzschlag wieder angeregt.

Dann lag ich da wieder eine lange Zeit und irgendwann hatte ich Druck auf der Blase. Was nun tun? Zu rufen traute ich mich nicht, lagen da doch sieben weitere Notf√§lle und es piepte aus allen Ecken. Das waren die Vitaldatenmonitore. Aber auch die Stimmen von √Ąrzten, Pflegerinnen und Patienten waren zu h√∂ren und pers√∂nliche Daten der Patienten ganz entgegen der Datenschutz-Grundverordnung, die nat√ľrlich in einer Notaufnahme sehr an Bedeutung verliert.

Nun lag ich da schon etwa vier Stunden und der Druck auf der Blase wurde langsam unerträglich. Ich verrenkte meinen Kopf, um mal zu sehen, ob da jemand ist, den ich rufen konnte. Als ich eine junge Pflegerin in blauem Kittel sah, machte ich mich bemerkbar mit dem Hinweis, dass ich dringend Wasser lassen musste.

“Ich bring’ Ihnen mal ‘ne Ente” …

… sagte sie und ich gr√ľbelte dar√ľber nach, was sie damit meinte. Als sie dann mit einer Urinflasche ankam, sie mir aush√§ndigte und den Kabinenvorhang ganz zuzog, schaute ich mir das Teil mal n√§her an und stellte fest, dass es tats√§chlich mit viel Fantasie einer Ente ohne Kopf √§hnelte. Allerdings hatte ich noch nie im Liegen gepinkelt.

Ich versuchte mich erstmal auf der Liege hinzusetzen und √ľberlegte, wie ich das Teil nun benutzen k√∂nnte. Da ich ja mit dem Monitor verkabelt war, pr√ľfte zun√§chst, wie weit ich mich bewegen und eventuell aufstehen konnte, um in dieses durchsichtige Plastikteil zu pinkeln. Es klappte im Stehen. Die Schl√§uche und Kabel waren lang genug. Nachdem ich das kleine Gesch√§ft erledigt hatte, schob ich die Urinflasche unter den Stuhl neben dem Monitor. Sie hatte n√§mlich keine Verschlusskappe und ich hatte Angst, dass sie umgesto√üen werden k√∂nnte.

Dann legte ich mich wieder hin und ordnete die Schläuche und Kabel, die mich mit dem Monitor und einer Infusionsflasche verbunden haben. Da mein Kopf unangenehm tief lag, knäulte ich meine Kapuzenjacke zu einer Art Kopfkissen zusammen und benutzte meine Windjacke als Zudecke. Ich war ja in der Notaufnahme und nicht im Hotel Atlantik, sagte ich mir beim Einrichten meines Lagers.

Ich lauschte weiter dem Piept√∂nen der diversen Vitaldatenmonitore, als ich eine alte Frau laut und hysterisch schreien h√∂rte “Nein, nein, das mach ich nicht.” Eine Pflegerin: “Sie m√ľssen sich aber auf die Seite legen, damit ich Ihnen helfen kann.” Die alte Dame nun sehr energisch und extrem laut: “Nein, das mach’ ich nicht. Nein, nein.” Die Pflegerin: “Warum denn nicht?” Die Antwort: “Nein, nein, das tut weh.” So ging das bestimmt eine viertel Stunde. Dann h√∂rte ich erst mal nichts mehr von der alten Frau.

Daf√ľr wurde es in der Kabine neben mir unruhig. Dort fand ein Arzt-Patienten-Gespr√§ch statt. Dann kam auch noch die Ehefrau des Patienten in die Kabine, die ja nur durch orange Vorh√§nge getrennt sind. Es schien so eng in der Kabine geworden zu sein, dass meine Urinflasche, die neben dem Vorhang unter einem Stuhl stand, gef√§hrdet war.¬† Blo√ü nicht, dass die Flasche umkippt, dachte ich bei mir.

Dann h√∂rte ich wieder das durch Mark und Bein gehende Schreien der alten Frau: “Nein, lassen Sie mich los. Ich will nicht! Das tut weh!” Die Pflegerin versuchte sie immer wieder zu beruhigen, doch die alte Dame war stur. Aber so was von! Irgendwie musste ich schmunzeln und dachte bei mir: Einfach haben es die √Ąrzte und Pfleger in der Notaufnahme nicht, das scheint ein harter Job zu sein.

In diesem Moment kam der Arzt wieder zu mir rein und sagte, dass das Ergebnis der Blutuntersuchung noch nicht vorliegt, er aber gleich Feierabend hat und mich an seine Kollegin √ľbergibt. Dann war ich wieder alleine und lauschte weiter dem Piepen der Monitore und den Stimmen der √Ąrzte, Pflegerinnen und Patienten.

Irgendwann so gegen 3 Uhr 30 morgens kam dann eine √Ąrztin und sagte mir, dass ich zur Beobachtung auf die Wachstation, Zimmer C134 der Kardiologie gebracht werde. Dort bekam ich erstmal ein Krankenhausnachthemd, so eins, das hinten offen ist und wurde wieder mit einem Vitaldatenmonitor verbunden mit der Bemerkung, dass ich auf keinen Fall das Bett verlassen d√ľrfte. Und diese mir inzwischen bekannte “Ente” – diesmal eine mit Verschluss – wurde an mein Bett geh√§ngt. Auf meine √Ąu√üerung: “Ich wei√ü gar nicht, ob ich das im Bett kann, schon gar nicht im Liegen”, wurde mir erwidert: “Sie wollen doch keinen Katheter, oder? Sie schaffen das.” Das war eine klare Ansage und es klappte nach dieser “Drohung” tats√§chlich im Liegen. Ach ja, irgendwelche Infusionen bekam ich auch wieder √ľber den Zugang, der mir schon im Rettungswagen an der linken Hand gelegt wurde.

 

Vitaldatenmonitor auf der Wachstation des Klinikums S√ľdstadt

Allzu viel Zeit zum Schlafen hatte ich nicht, denn ich glaube um 6 Uhr wurde Fieber gemessen, bald darauf durfte ich mich im Krankenbett aufrichten und waschen. Die freundliche Pflegerin rieb meinen R√ľcken mit Franzbranntwein-Gel ein. Das war sehr wohltuend.

Weniger sch√∂n war, dass ich wegen anstehender Untersuchungen gleich nach der Visite um 8 Uhr kein Fr√ľhst√ľck bekam. Bei der Visite erkl√§rte man mir, dass ich am Freitag, also am √ľbern√§chsten Tag, einen Herzschrittmacher bekommen sollte und am Montag dann ein Herzkatheder gelegt w√ľrde. Aber erst mal sollte ich genau untersucht werden.

Zun√§chst wurde ein CCT (craniale Computertomographie) meines Gehirns gemacht, und zwar ohne Anwendung von Kontrastmitteln. Das nennt man native CCT. Das Fr√ľhst√ľck habe ich allerdings deswegen nicht bekommen, weil ich Kontrastmittel h√§tte trinken sollen. Also dumm gelaufen f√ľr mich, was das Fr√ľhst√ľck betrifft. Aber besser kein Fr√ľhst√ľck , als Kontrastmittel zu trinken. Das stelle ich mir unangenehm vor.

Wenigstens war das Ergebnis – wie ich sp√§ter im Befund nachlesen konnte – beruhigend. Kein Hinweis auf eine frische Hirnblutung (ICB) oder frische Infarktdemarkierung (gesch√§digtes Gewebe durch Schlaganfall), kein Hirn√∂dem durch einen Tumor beispielsweise und was es sonst noch an schlimmen Dingen im Gehirn gibt. Lediglich diagnostizierte “diskrete SAE” hat mich etwas beunruhigt, aber inzwischen wei√ü ich, dass es meinem Alter entsprechen normal ist und ich hier auch nicht weiter in diese etwas komplizierte Angelegenheit einsteigen m√∂chte. Wer sich mit dem Thema “Subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie, SAE” besch√§ftigen m√∂chte, kann ja den Wikipedia-Artikel dazu lesen. Meine Haus√§rztin hat jedoch betont, dass eine “diskrete SAE” in meinem Alter, also mit 67 Jahren vollkommen normal sei.

Als weitere Untersuchung an diesem Morgen wurde eine “R√∂ntgen-Thorax a.p.” gemacht, eine R√∂ntgen-Aufnahme des Brustkorbes bei liegendem Patienten (ap = anterior-posterior = Strahlenquelle vor dem Brustkorb, Film dahinter). Das f√ľr mich sehr beruhigende Ergebnis: “Unauff√§lliger Herz- und Lungenbefund”. Das wurde mir nat√ľrlich nicht im Krankenhaus mitgeteilt, sondern das erfuhr ich erst, als ich den Befund des Krankenhauses zu Hause gelesen und aus dem √Ąrztelatein (siehe auch “Andi’s gesammeltes √Ąrztelatein”) √ľbersetzt habe.

Eine weitere Untersuchung war die “Transthorakale Echokardiographie“, kurz TTE oder Ultraschalluntersuchung genannt, die eine mir sehr sympathische, einf√ľhlsame √Ąrztin vornahm. Sie war auch diejenige, die sp√§ter nach meinem Herzstillstand mit als Erste an meinem Bett war. Ich bin mir nicht sicher, aber es k√∂nnte Dr. med. Lisa Herrmann gewesen sein. Ich werde es noch herausbekommen, mu√ü ja immer mal wieder zur Kontrolle des Herzschrittmachers ins Klinikum S√ľdstadt.

Zusammenfassend ergab diese Untersuchung eine beginnend eingeschränkte LV-Funktion (linker Ventrikel, Herzkammer) mit einer EF (Auswurffraktion, Ejektionsfraktion) in Höhe von 47% und einem GLS (Global Longitudinal Strain“, Kontraktionsfähigkeit des linken Ventrikels) von -17%. Gute RV-Funktion, also der rechten Herzkammer, des rechten Ventrikel. Diastolische Relaxationsstörung, also gestörter Bluteinstrom in die Diastole. Auf Deutsch: Das Blut wird nicht ordentlich angesaugt. Nach einigem Google fand ich heraus, dass das Letztere nicht so schön ist, da es medikamentös nicht geheilt werden kann. Die einzige Therapie, die hier hilft, ist nur Ausdauer- und Krafttraining bzw. strammes Gehen, wie ich es täglich praktiziere.

√úbrigens hat sich mein EF-Wert von November 2018 bis Januar 2020 mit 47% (leicht eingeschr√§nkt) nicht ver√§ndert. Ich denke mal, dass das kein schlechtes Zeichen und vielleicht darauf zur√ľckzuf√ľhren ist, dass ich sehr darauf achte, immer meine (m√∂glichst) mindestens 8.000 Schritte am Tag zu absolvieren. Ich Fr√ľhjahr und Sommer auch kein Thema.

 

Screenshot vom 15. Januar 2020 mit 14 Grad Celsius in Rostock

Aber zur√ľck zum 15. Januar, den Tag, als es in Rostock 14 Grad Celsius warm war und ich in der Wachstation der Kardiologie lag. Wehm√ľtig schaute ich nach drau√üen, wo die Sonne am blauen Himmel strahlte und laut Wetter-App fr√ľhlingshafte Temperaturen herrschten.

Da ich meine Kopfh√∂rer vergessen hatte einzupacken, besorgte mir ein Praktikant freundlicherweise einen Einwegkopfh√∂rer f√ľr zwei Euro aus dem Automaten und ich h√∂rte etwas Musik vom Handy. Durch die vielen Infusionen und Untersuchungen war ich sehr m√ľde und nickte immer wieder ein oder d√∂ste vor mich hin. Der Monitor neben mir piepte eint√∂nig vor sich hin. Die T√ľr vom Zimmer blieb die ganze Zeit offen und ich h√∂rte die Schwestern und die Piept√∂ne des Monitors au√üerhalb meines Zimmers.

Irgendwann begann mein Magen zu knurren und dann gab es auch schon bald Abendbrot, das ich mir vorher von der Zusammensetzung individuell bestellen durfte. Und das war gar nicht √ľbel, hat mir geschmeckt. Eine Tasse schwarzer Tee, drei Schwarzbrote a 1,5 BE, 30 g Butter, je ein Schmelzk√§se, Frischk√§se, Schnittk√§se, ein Rohkostsalat und einen Fruchtjoghurt a 1 BE. Eine BE, sogenannte Broteinheit sind 10 – 12 g Kohlenhydrate, habe ich mir ergoogelt.

Ich schrieb noch kurz √ľber WhatsApp mit Vera und mu√ü dann eingeschlafen sein.

Pl√∂tzlich schreckte ich auf, weil ich wei√üe Blitze sah und ein lautes Rauschen in meinen Ohren versp√ľrte. In Panik dr√ľckte ich den roten Nothilfeknopf und schaute zum Monitor. Dort sah ich, wie sich eine gerade Nulllinie nach links bewegte und ich kann schw√∂ren, dass ich auch eine Null als Zahl gesehen habe.

Nach gef√ľhlten 30 Sekunden ging die T√ľr auf und eine Schwester fragte “Was gibt es?”

“Ich glaube, ich hatte wieder eine Ohnmacht.” H√§tten die das √ľberhaupt gemerkt, wenn ich den roten Knopf nicht gedr√ľckt h√§tte, fragte ich mich geschockt.

Dann st√ľrmten eine √Ąrztin – die am Morgen mein Herz mit Ultraschall untersucht hat – und eine weitere Schwester rein, die scheinbar am Zentralmonitor meine Ohnmacht gesehen haben. Eine Schwester legte mir blitzschnell eine Infusion und verstellte das Bett so, dass meine F√ľ√üe hoch lagerten und mein Oberk√∂rper auch etwas angehoben war. Und sie √∂ffnete das Fenster.

Herzstillstand? Oder hab’ ich das nur getr√§umt …

fragte ich die √Ąrztin. “Nein”, sagte sie. “Sie hatten einen Herzstillstand (Asystolie) von mehr als 20 Sekunden, und das Beste daran ist: Nun ist endlich dokumentiert, warum Sie immer ohnm√§chtig geworden sind. Es liegt am Taktgeber Ihres Herzens, dem Sinusknoten.”

Die T√ľr von meinem Zimmer blieb die ganze Nacht ge√∂ffnet. Das beruhigte mich ein wenig. Und nachdem ich mit der Handsteuerung das Bett nicht in die normale Position zur√ľckschalten konnte – das ging nur von der Au√üenseite des Bettendes aus – bat ich eine Schwester, das zu tun und versuchte, einzuschlafen.

Am n√§chsten Morgen ging es dann Schlag auf Schlag. Mit leerem Magen wartete ich auf die Visite um 8 Uhr. Der Arzt sagte nur knapp: “Nach Ihrem Herzstillstand gestern Nacht k√∂nnen wir nicht l√§nger mit dem Herzschrittmacher warten. Wir schieben Sie heute dazwischen. Momentan l√§uft gerade eine OP. Danach sind Sie dran …”

Ich stotterte etwas von “Wann genau denn?”, aber da war der Arzt mit seinem “Gefolge” auch schon wieder verschwunden.

Also ich zur Schwester: “Aber pinkeln muss ich auf jeden Fall noch vorher. Und mein Handy uns Bauchtasche m√ľssten ins Schlie√üfach.”

Die Schwester: “Ente bring’ ich gleich. Ihre Sachen k√∂nnen sie so liegen lassen. Hier kommt nichts weg. Wir sind ja da.”

Da habe ich aber schon andere Storys geh√∂rt, dachte ich so bei mir. Als √Ąrzte verkleidete Diebe, die Geld und Wertsachen in Krankenh√§usern klauen. Aber ich habe jetzt wohl essentziellere Probleme, sagte ich mir, f√ľhrte die Ente unter der Bettdecke ihrem Bestimmungsziel zu und schwups, war die Schwester auch wieder weg.

Und ehe ich mich √ľberhaupt mit dem Gedanken, in einer Stunde m√∂glicherweise operiert zu werden, anfreunden konnte, wurde ich auch schon geholt und zum OP-Saal geschoben – mit dem Vitaldatenmonitor am Fu√üende.

Ein Aufzug war defekt. Der n√§chste schon mit einem Patientenbett belegt und der dritte Aufzug kam irgendwie nicht. “Das ist kein gutes Omen. Bei mir geht bestimmt alles schief”, sagte ich zur Schwester hinter meinem Kopfende. “Nein, nein, sagen Sie das nicht!”, versuchte mich die sympathische Schwester zu beruhigen. “Alles wird gut”.

Irgendwie wie im Himmel

Irgendwann waren wir dann im OP-Saal angekommen und es war wie in einer anderen Welt:

Ich habe sehr helles Licht wahrgenommen, beruhigende Musik erf√ľllte den Raum und hatte das Gef√ľhl, dass alle in diesem OP-Saal fr√∂hlich und unbeschwert waren. Der Chefarzt der “Klinik f√ľr Innere Medizin I”, Dr. med. Rolf Kaiser, begr√ľ√üte mich und sagte: “Es dauert nicht mehr lange, Sie sind bald dran.”

Ich wei√ü gar nicht mehr genau, wann ich die ersten Beruhigungsinfusionen bekommen habe, ob schon in der Wachstation oder erst¬† im Operationssaal. Zumindest fand ein Aufkl√§rungsgespr√§ch aufgrund der Notsituation und schnellen Operation nicht statt, obwohl es so im Befund dokumentiert wurde. Allerdings hatte ich schon am Vortag einen Patientenaufkl√§rungsbogen von Thieme Compliance erhalten, den ich jedoch nur √ľberflogen hatte, da ich die Risiken der Operation ohnehin gar nicht wissen wollte.

Irgendwann war es dann soweit. Ich wei√ü nicht, wie lange ich warten musste, denn man hat irgendwie kein Zeitgef√ľhl mehr. Aber dann ging es los. Die Operation, auf die ich mich mental gar nicht vorbereiten konnte. Doch irgendwie war ich in einer “Schei√ü-egal-Stimmung”, hatte noch nicht einmal Angst vor der Implantation.

Ich wurde mit einer gr√ľnen Plane abgedeckt, in der eine Art Fenster war, aus dem ich eine √Ąrztin an einem Computer mit gro√üem Bildschirm beobachten¬† konnte. Der Operateur erkl√§rte mir dann, dass er die Stelle um den Schnitt (ich glaube mit Kodan forte, sieht orange aus) desinfizieren und dann durch mehrere Injektionen bet√§uben w√ľrde. Und dass meine Arme festgeschnallt w√ľrden.

Dann sp√ľrte ich irgendwann, wie eine Art Plastikfolie auf die Operationsstelle gelegt wurde und ein Schnitt erfolgte. Ich glaube, nun wurden erstmal die drei Dr√§hte mit den Sonden durch Venen Richtung Herz geschoben und die √Ąrztin, die ich am Bildschirm sah, beobachtete das wohl und gab Informationen √ľber die Lage der Sonden. Dieses Gefummel dauerte ziemlich lange, aber ich hatte absolut kein Zeitgef√ľhl mehr. Schmerzen versp√ľrte ich keine.

An der Implantation m√ľssen neben der √Ąrztin am Bildschirm, die wahrscheinlich auch An√§sthesistin, Narkose√§rztin war, zwei weitere √Ąrzte beteiligt gewesen sein, denn neben operativen Anweisungen haben sie sich √ľber allt√§gliche Dinge unterhalten. Das gab mir ein Gef√ľhl der Sicherheit, da scheinbar alles routinem√§√üig verlief, wenn man sich so locker unterh√§lt.

Unangenehm wurde es erst dann, als der eigentliche Herzschrittmacher in die ge√∂ffnete Stelle unter dem Schl√ľsselbein eingef√ľhrt und wohl mit den drei Sonden verbunden wurde. Da ich einen speziellen Herzschrittmacher erhalten habe, der – soviel ich wei√ü – auch gr√∂√üer als die normalen Herzschrittmacher mit zwei Sonden ist, musste der Operateur einige Kraft aus√ľben, um das Teil “reinzudr√ľcken”. Das tat zwar auch nicht weh, war aber ein f√ľr mich unangenehmes Gef√ľhl.

Nach etwa eineinhalb Stunden sagte der Operateur, dass die Implantation des Herzschrittmachers problemlos verlaufen sei und ich erwiderte: “Das hat auch einen souver√§nen Eindruck auf mich gemacht. Danke.”

Ach ja, auf die Wunde wurde noch ein kleiner Sandsack gelegt, um eine Nachblutung zu verhindern.

Nun wurde ich noch f√ľr etwa zwanzig Minuten in eine Aufwachkabine geschoben, bis mich eine Schwester mit den Worten abholte: “Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht f√ľr Sie. Zuerst die schlechte Nachricht: Sie werden in ein anderes Zimmer verlegt. Die gute Nachricht: Ihre pers√∂nlichen Sachen sind schon dort.” So karrte sie mich in den dritten Stock in die Innere, Station 3, Kardiologie.

Zimmermäßig verschlechtert

Ach du meine G√ľte, war das ein winziges Zweibettzimmer. Nun verstand ich erst, dass es tats√§chlich eine schlechte Nachricht war. Das Zimmer war gerade mal 12 Quadratmeter gro√ü, sch√§tze ich. Und der Ausblick: Eine Wand, kein freier Blick wie im anderen Raum, in dem ich vorher war.

Und da war noch ein Patient in meinem Alter, der sich als Peter aus Magdeburg vorstellte. Oder war es Leipzig? Er hatte am vorangegangen Wochenende einen Herzinfarkt, so erzählte er mir mit leicht sächsischem Akzent. Dann widmete er sich wieder seinem Kreuzworträtsel.

Ich d√∂ste so vor mich hin, bis Vera mich besuchte, um mir Morgenmantel, Waschzeug, Apfelsinen, Bananen und vor allem Avocados mitzubringen. Und ich brauchte auch ihre Hilfe, um an die Multimedia-Chipkarte zu kommen, die das Krankenhaus zwar in einem Automaten anbot, aber an die man als Patient ja nicht herankam, wenn man am Vitaldatenmonitor angeschlossen war oder das Bett nicht verlassen durfte, so wie ich. Die Schwestern konnte man damit nat√ľrlich nicht beauftragen. Aber, wenn jemand keine Angeh√∂rigen hat … Vielleicht gibt es daf√ľr ja einen Sozialdienst oder so etwas √Ąhnliches. Keine Ahnung.

Ich war von der Operation immer noch ganz schön geschlaucht und döste immer wieder ein. Gegen Abend wurde dann der Sandsack entfernt und die Wunde begutachtet. Keine Nachblutung. Ich wurde auch vom Monitor abgestöpselt und von der nervigen Blutdruckmanschette befreit. Nur eine Infusionsflasche hing noch mit mir verbunden an einem Ständer. Das war ein Antibiotikum namens Clindamycin, welches das Wachstum und die Vermehrung der Bakterien verhindert. Zum Trinken bekam ich eine Schnabeltasse aus Plastik.

Inzwischen hatte ich bemerkt, dass die Ohrh√∂rer und vor allem meine Informationsbrosch√ľre f√ľr die Implantation des Herzschrittmachers nicht mehr auf den Nachttisch waren. Ich bat eine Schwester, in der Wachstation nachzufragen, wo die Sachen abgeblieben sind. Sie wollte sich drum k√ľmmern. Ich durfte das Bett ja noch nicht verlassen. Und ohne Ohrh√∂rer konnte ich nicht fernsehen.

Nächtliche Rettungshubschrauber-Einsätze

In der Nacht begann pl√∂tzlich ein richtiges Spektakel. Der Rettungshubschrauber, der in Sichtweite unseres Fensters stationiert war, landete und startete mehrere Stunden bis weit nach Mitternacht. Das war ein H√∂llenl√§rm. Sp√§ter erfuhr ich, dass in dieser Nacht das Klinikum S√ľdstadt mit dem n√§chtlichen Hubschrauber-Rettungsdienst dran war und deshalb so viele Eins√§tze geflogen wurden. Diese n√§chtlichen Rettungsdienste werden √ľber alle Krankenh√§user in Mecklenburg-Vorpommern oder Teilen von MV verteilt, so habe ich das verstanden.

Irgendwann war zwar mit den Hubschraubern Ruhe, daf√ľr aber schnarchte mein Zimmernachbar so laut, dass ich nicht schlafen konnte. Als ich mit meiner Schnabeltasse immer auf das Tablett des Nachttisches klopfte, h√∂rte er kurz auf. So ging das die ganze Nacht. Zwischendurch √§rgerte ich mich √ľber die Schwester, die sich nicht – wie versprochen – um meinen Kopfh√∂rer und die Brosch√ľre gek√ľmmert hat. Ich war stinksauer und auf hundertachtzig.

Als die morgens die erste Schwester zum Fiebermessen am Ohr ins Zimmer kam, lies ich meinen ganzen Frust ab und verlangte die Oberschwester. Eine √§ltere Schwester von der Marke “dominant”, wie man sie auch oft in Arztpraxen findet, kam dann irgendwie auf die Idee, in meinen Rucksack zu schauen, an den ich ja wegen Bettruhe nicht rankam, und siehe da: Der Kopfh√∂rer kam ans Tageslicht. “Und wo ist die Aufkl√§rungs-Brosch√ľre?”, fragte ich. “Die wird wohl in ihrer Akte sein”, kam es etwas schnippisch zur√ľck. Ich habe mir meinen Teil gedacht, welchen Sinn eine Aufkl√§rungs-Brosch√ľre in der Krankenakte macht und auch, dass ich mit dieser Dame wohl keine Freundschaft schlie√üen werde. Aber wie gesagt: Diese dominante Sorte “Schwester” gibt es immer wieder. Das sind meist die Dienst√§ltesten.

Das Mittagessen war heute super lecker: Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Als Nachtisch rote Gr√ľtze mit So√üe. Danach machte ich ein Nickerchen.

Irgendwann kam die Ober√§rztin mit einem Facharzt und einem fahrbaren Computer, um meinen Herzschrittmacher zu testen und nach zu programmieren. Sie verband die noch an mir befestigten Elektroden vom Monitor nun mit ihrem Computer und pr√ľfte die Funktionsweise des implantierten Herzschrittmachers anhand einer sogenannten Schrittmacherabfrage. Die ermittelten Daten waren regelrechte Werte und wurden in den “Surescan-CRT-Herzschrittmacher-Patientenausweis” (welch ein Name) eingetragen. Die Ober√§rztin k√ľndigte an, dass es kurz unangenehm werden k√∂nnte. Und tats√§chlich hatte ich das Gef√ľhl, als ob ich kurzzeitig “unter Strom” stand. Ich kann das Gef√ľhl nicht mehr so genau beschreiben, es war aber alles andere als angenehm. Dann h√§ndigte sie mir den Ausweis aus, aus dem hervorging, dass es sich um ein Ganzk√∂rper-MRT-f√§higes System handelt und dass “unter Einbehaltung bestimmter Voraussetzungen eine MRT-Untersuchung bei 1,5 T oder 3 T (Tesla = Magnetfeldst√§rke) durchf√ľhrbar ist.”

Eine Cola in der Cafeteria

Meine verordnete Bettruhe wurde nun auch f√ľr beendet erkl√§rt und ich machte mich erstmal auf, die n√§here Umgebung zu erkunden. Da ich seit der Einlieferung in die Notaufnahme keinen Stuhlgang hatte, machte ich mich auf den Weg in die Cafeteria im Eingangsbereich des Klinikums S√ľdstadt. Zun√§chst ging ich kurz raus an die frische Luft und atmete tief ein. Das tat gut!

Eine Cola, die ich sonst sehr, sehr selten trinke, sollte bei meinem Problem hilfreich sein, dachte ich mir und setzte mich in die Cafeteria. Dort konnte ein bisschen “Leute beobachten”. Das gefiel mir. Doch als ich pl√∂tzlich Schwei√üperlen auf der Stirn hatte, war mir klar, dass ich es noch nicht √ľbertreiben darf und trottete erstmal wieder zur√ľck zu meinem Krankenbett.

Mein Zimmernachbar Peter hatte inzwischen Besuch von seiner Frau bekommen, einer ehemaligen Kinderg√§rtnerin, wie er mir erz√§hlt hat. Er selbst hat in der DDR als Auslandsmonteur gearbeitet, war aber nicht in der Partei, erz√§hlte er mir. Er versteht es selber nicht, so machte er mir wei√ü, warum man ihn ins nicht-kommunistische Ausland reisen lie√ü, ohne dass er in der Partei war. Peter war wohl unauff√§llig und regimetreu, ein Mitl√§ufer. Als Rentner macht er nun gerne Reisen nach Venezuela und so weiter. Ich wurde richtig neidisch, dass er wohl im Gegensatz zu mir zwei richtig fette Renten mit seiner Frau hat. Aber mich hat ja keiner gezwungen, fast mein ganzes Leben als Freiberufler mit den Konsequenzen bez√ľglich der Altersversorgung zu arbeiten.

Ach ja, was mir noch aufgefallen ist und irgendwie typisch ostdeutsch sein muss: Bei der Unterhaltung zwischen denn beiden wurde vom Leise-Reden-Modus oft in den Fl√ľster-Modus mit vor den Mund gehaltener Hand geschaltet. Es kam mir vor, als ob die Beiden das instinktiv machen und dass es wohl eine Angewohnheit aus den DDR-Zeiten sein muss. Das habe ich in derart auff√§lliger Form noch nie bemerkt.

Mittlerweile wirkte die Cola und ich durfte das einlagige, hauchd√ľnne, fast durchsichtige Krankenhaus-Klopapier ausprobieren. Nachdem ich meinen Hei√ühunger auf eine Apfelsine gestillt hatte, machte ich mich wieder auf eine neue Runde durch die Klinik, diesmal Richtung Notausgang und Rettungshubschrauber-Landeplatz. Der Notausgang am Ende des Ganges f√ľhrte in ein Treppenhaus, von dem man auf den Hangar und den Rettungshubschrauber schauen konnte. Ich machte das Foto und wollte wieder zur√ľck, doch die Notausgangst√ľr war ins Schloss geschnappt und lie√ü sich vom Treppenhaus aus nicht √∂ffnen.

Blick vom Notausgang-Treppenhaus zum Rettungshubschrauber

Ich also erstmal runter, die n√§chste T√ľr ausprobiert. Das Gleiche: Lie√ü sich nicht √∂ffnen. Noch ein Stockwerk weiter runter, da war eine T√ľr mit dem Schild “Notaufnahme. Bitte klingeln.” Hmm, dachte ich. Da ist ja noch eine T√ľr, die nach au√üen f√ľhrte, zu einer Wiese und zum Hubschrauber. Ich √∂ffnete die T√ľr und schaute nach links und rechts. Nein, das lud nicht dazu ein, im Bademantel und Clogs eine gr√∂√üere Strecke zu laufen. Also wieder rein. Da f√ľhrte eine Treppe in den Keller, aus dem ich viele Stimmen h√∂rte, keine Ahnung, ob das die Krankenhausk√ľche, W√§scherei oder wer wei√ü was war. Irgendwo werden im Keller ja auch die Verstorbenen untergebracht. N√∂, dann lieber bei der Notaufnahme klingeln.

Und schon wieder in der Notaufnahme

Ich klingelte also und ziemlich schnell stand eine Schwester vor mir. “Waren Sie nicht vor zwei Tagen schon mal hier in der Notaufnahme?”, fragte sie scherzend und schien zu wissen, dass ich im Treppenhaus gefangen und bestimmt nicht der erste war, der dort um Einlass gebeten hat. Ich ging mit ihr einen langen Gang lang, vorbei an den Kabinen, in denen ich am 14. Januar auch in der Nummer 8 lag und dann stand ich wieder im Foyer. Von dort aus kannte ich den Weg in mein Zimmer.

Dann kam nochmal die Oberärztin und sagte, dass sie einen Fehler in der Programmierung des Herzschrittmachers festgestellt hat und das kurz ändern muss. Dazu wurde ich nochmal an ihren Computer angeschlossen und sie testete irgendwie irgendwas. Keine Ahnung, habe auch nicht nachgefragt. Das Ergebnis wurde dann auch wieder im Schrittmacher-Pass dokumentiert. Außerdem wurde festgelegt, dass ich Mitte Mai zum nächsten Schrittmacher-Check ins Klinikum kommen soll.

Der weitere Nachmittag und Abend verlief unauffällig. Abendessen, Fernsehen. Schlafen.

Gegen 22 Uhr hatte ich starken Wundschmerz und ging Richtung Schwesternzimmer, um mir ein Schmerzmittel geben zu lassen. Die Schwester gab mir einen blauen Schmerztrunk, wie ich später herausbekam: Novaminsulfon 500mg /ml-Tropfen, ein starkes Medikament, dass nach Operationen die Schmerzen lindert. Nachts um 2:30 Uhr wachte ich schweißgebadet und mit einem bitteren Geschmack im Mund auf und rief per roten Knopf nach einer Schwester. Sie meinte, dass das nach dem Schmerztrunk nicht ungewöhnlich sei und brachte mir ein Handtuch und zwei neue Nachthemden. Die sexy Teile, die hinten offen sind. Dann schlief ich schnell wieder ein. Peter schnarchte in dieser Nacht kaum, oder ich hörte es nicht.

Am n√§chsten Morgen, Samstag, den 18. Januar, erfuhr ich, dass ich entlassen werde, obwohl ich mich ziemlich schwach f√ľhlte. Aber ich freute mich trotzdem. Zu Hause zu sein ist dann doch etwas anderes. Doch vorher wurde noch Blut abgenommen, denn nur wenn die Blutwerte in Ordnung seien, k√∂nnte ich entlassen werden. Die Auswertung dauerte etwa eine Stunde. Die Wartezeit nutzte ich, um meine Sachen zusammenzupacken und ein wenig herumzulaufen. Ja, das kleine Video unten habe ich in dieser Zeit auch aufgenommen.

Nachdem meine Blutwerte in Ordnung waren und ich kein Fieber hatte, erhielt ich den Krankenhausbefund und das von mir erbetene Formular “Muster 4 zur Verordnung von Krankenbef√∂rderung” f√ľr den Taxifahrer, damit ich nur die Zuzahlung von 10 Euro zu leisten hatte.¬† Allerdings hatte der wortkarge Taxifahrer dann vergessen, auf meinem Beleg f√ľr die 10 Euro meinen Namen und meine Adresse einzutragen, sodass meine Krankenkasse mir diese Kosten zun√§chst nicht erstattet hat. Ich muss also vom Taxiunternehmen best√§tigen lassen, dass tats√§chlich ich und niemand anders transportiert wurde. Reine Schikane in meinen Augen, mit der Krankenkassen ihre Patienten noch kr√§nker machen.

Hier also mein Rat: Bei Belegen f√ľr die Krankenkasse grunds√§tzlich vom Aussteller deinen Namen und Adresse eintragen lassen!

Sechs Wochen Einheilungsphase

Nun berichte ich mal weiter, wie es mir die Tage und Wochen nach der Operation ging. Also, den linken Arm durfte ich die n√§chsten 6 Wochen nicht √ľber Brusth√∂he anheben (man lies auch, dass zwei Wochen reichen), da die Einwachsphase des Herzschrittmachers sechs Wochen betr√§gt und man sonst Gefahr l√§uft, dass sich die Sonden im Herz l√∂sen. Das kann allerdings, so habe ich gelesen, auch sp√§ter noch passieren.

Ich konnte zudem sechs lange Wochen nicht auf der linken Seite schlafen. Das war f√ľr mich als Linksschl√§fer in Embryo-Schlafstellung zun√§chst schwer, da ich auch ungern auf dem R√ľcken schlafe. Das hat sich inzwischen allerdings gegeben¬† und ich schlafe wieder abwechselnd links und rechts. Vielleicht hing das auch mit meinen Herzrhythmusst√∂rungen zusammen, dass ich die letzten Jahre bevorzugt auf der linken Seite geschlafen habe.

Der Wundschmerz hielt mehr oder weniger etwa vierzehn Tage an, aber erst nach sechs Wochen versp√ľrte ich tats√§chlich keinen Schmerz mehr bei Ber√ľhrung.

Mein Schrittmacher mit drei Sonden scheint jedoch gr√∂√üer zu sein, als ich zun√§chst vermutete. Jedenfalls zeichnet sich unter meinem linken Schl√ľsselbein eine ovale, deutliche Erh√∂hung von sechs mal sieben Zentimeter ab, ungef√§hr einen Zentimeter hoch. Die Narbe ist seltsamerweise nur 5 cm lang. Ob diese “Beule” noch verschwindet, konnte ich bisher nicht ausfindig machen.

So, das Problem mit den Ohnmachten aufgrund meiner Herzrhythmusstörung durch fehlende Reizweiterleitung sollte nun mit dem Herzschrittmacher gelöst sein. Allerdings muss nun noch durch eine Herzszintigraphie (Myokardszintigrafie) festgestellt werden, ob eine Herzkranzgefäßerkrankung (KHK) vorliegt oder ausgeschlossen werden kann. Das wird aber eine neue Geschichte.

Herzschrittmacher-Nachsorge im Klinikum S√ľdstadt in Rostock

Schrittmacherkontrolle

Update 11. Mai 2020: Durch die Corona-Krise habe ich die Herzszintigraphie bisher nicht durchf√ľhren lassen.

Nicht aufschieben kann ich allerdings die Schrittmacher-Kontrolle im Klinikum S√ľdstadt in den n√§chsten Tagen. √ľber diese etwa einst√ľndige Untersuchung werde ich dann ausf√ľhrlich berichten.

Du wirst erfahren, wie oft mein Herzschrittmacher (HZM) eingreifen musste und mich vor Ohnmachten bewahrt hat, wie der Zustand der Batterie ist und ob Funktionsst√∂rungen des HZM eingetreten sind. Au√üerdem wird eine sogenannte Reizschwellenpr√ľfung vorgenommen, um den Energieverbrauch zu optimieren und eine endg√ľltige Einstellung des HZM vorzunehmen, sowie Pr√ľfungen der Reizbeantwortung und Wahrnehmungsfunktion des Schrittmachers bzw. der Sonden.

“Die Schrittmacherkontrolle beginnt mit einer Befragung des Patienten √ľber sein Allgemeinbefinden, spezielle kardiale Symptome (z. B. Synkopen, Dyspnoe (Anm. Atemnot), Herzklopfen, Angina pectoris, Belastungsf√§higkeit) und zerebrale Symptome (Anm. Unterversorgung mit Sauerstoff) sowie Anzeichen von Zwerchfell- und Muskelstimulation oder Thoraxschmerzen. Wichtig ist die Frage nach dem Pulsverhalten. Auch nach den Anzeichen eines Schrittmachersyndroms sollte gefragt werden. Dies kann sich in allgemeinen Symptomen wie √úbelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsst√∂rungen, Belastungseinschr√§nkungen etc. bis hin zum Kreislaufkollaps √§u√üern.” (Zitat: Qualit√§tsbeurteilungs-Richtlinie Herzschrittmacher-Kontrolluntersuchungen / KV Berlin)

Update 30. Juni 2020: In meinem Fall lief die Nachsorge folgenderma√üen ab: Ich wurde befragt, ob ich nach der Implantation weitere Ohnmachten gehabt h√§tte. Dies konnte ich verneinen. Danach wurde ein EKG gemacht und zusammenfassend wie folgt beurteilt: “Sonden und Aggregat sind hervorragend eingeheilt. Im EKG sehen wir eine vorhofgef√ľhrte biventrikul√§re Stimulation mit entsprechendem stimulationsassoziiertem Vektor und einer rechnerischen QRS-Dauer von 124 ms.”

Ob das gut oder schlecht ist, wurde mir nicht gesagt. Ich muss also googeln. Auf medizinischen Seiten im Internet erfährt man, dass man ab 120 ms von einem kompletten Schenkelblock ausgehen muss, also eine Reizleitungsstörung im Herzen vorliegt, was ja bei mir zutrifft.

In der sogenannten Epikrise, einer abschlie√üende kritischen Beurteilung eines Krankheitsverlaufs vonseiten des Arztes, wurde noch festgehalten, dass ich aufgrund der – so w√∂rtlich – “Corona-Krise” in Anf√ľhrungszeichen geschrieben, noch nicht bei der empfohlenen Myokardszintigraphie gewesen bin.

Nach meinem Empfinden macht man sich irgendwie durch diese Schreibweise √ľber die Pandemie lustig, indem man sie als Krise und nicht als ernst zu nehmende Pandemie bezeichnet. Zumindest finde ich die Schreibweise mehr als seltsam.

Abschließend folgen noch Abfragewerte wie P- und R-Potential, Reizschwellen, Impedanzen und Schätzung der Laufzeit der Batterie mit 11,5 Jahren.

Ich erfahre schlie√ülich noch, dass “zum Abfragezeitpunkt kein Eigenrhythmus √ľber 30/min war”. Und was mich am meisten interessierte: Wie oft der Herzschrittmacher “eingreifen” musste, um Signale zu senden, wurde wie folgt beantwortet:

“Zusammenfassend ist es vereinfacht ausgedr√ľckt so, dass bei einem AV-BlockIII ohne ventrekul√§rem Eigenrhythmus erwartungsgem√§√ü zu rund 100% ventrikul√§r stimuliert wird und dies eben auch zu rund 100% biventrikul√§r erfolgt – und dies soll und muss so sein. Zu 14% erfolgt bei der eingestellten Grundfrequenz von 60/min auch artriale Stimulation.”

Wenn ich das also richtig verstehe, sendet das Teil laufend Signale … Hmm,¬† da muss ich wohl noch weiter googeln, um das zu verstehen … Ich mache mich also erst mal schlau und schreibe dann hier weiter …

Update 10. November 2020:

Die Zeit, mir das zu erkl√§ren, hat man sich nicht genommen. Man bekommt einen Arztbrief, an den Hausarzt adressiert, in die Hand gedr√ľckt und erwartet wohl, dass dieser einem den Befund erkl√§rt.

Ich pers√∂nlich google und behalte den Arztbrief f√ľr meine “analoge” Krankenakte, denn im Notfall kann sich ein Notfallsanit√§ter oder Notarzt anhand dieser Akte schneller ein Bild machen, als wenn er sich erst in eine digitale Krankenakte einloggen muss. Die habe ich zwar auch auf meinem Smartphone, aber bis sich der elektronische Arztbrief (eArztbrief) im Alltag durchsetzt, wird es nach meiner Einsch√§tzung noch einige Jahre dauern. Genauso wie bei den elektronischen Akten bei Gericht (eJustice).

Den eingescannten Arztbrief schicke ich dann per eMail an meine Haus√§rztin. Ich weigere mich n√§mlich, mir einen neuen Tintenstrahldrucker (der alte HP-Drucker war offensichtlich so programmiert, dass er nach soundsoviel Seiten nicht mehr funktionierte) zu kaufen, den man regelm√§√üig mit fl√ľssigem Gold, also teurer Tinte bef√ľllen muss, die bei seltener Nutzung dann auch noch in der Patrone eintrocknet.

Ich sehe einfach nicht ein, f√ľr umgerechnet einen Liter Druckertinte rund 8.000 ‚ā¨ zu zahlen. Du glaubst das nicht? Dann lies mal diesen Artikel.

Erfreuliche Stabilisierung der Pumpfunktion unter CRT-Bedingungen

Darstellung des Herzens mit den 3 Schrittmachersonden, das mir die O√Ą Berit Nevries vom Klinikum S√ľdstadt in Rostock mal gemalt hat. Danke ‚̧ԳŹ

 

So steht es im Arztbrief, nachdem ich am 10. November 2020 zur Echokardiographie, kurz zum Herzecho (Herzultraschall), war. Der Kardialoge, der mich auch im Januar operiert und den Schrittmacher implantiert hat, eröffnete mir nach dem Herzecho stolz, dass sich die Pumpleistung meines Herzens durch den Herzschrittmacher (CRT) von 46% auf 60%, also Normalwert, erhöht und somit verbessert habe.

Am 2. November war ich ja schon mal zur Implantatkontrolle (also Kontrolle des implantierten Herzschrittmachers englisch Pacemaker, PM und Elektrokardiagramm, EKG). Dazu steht im Arztbrief nur “VAT biv (wohl biventrikul√§r). √úber die Abk√ľrzung “VAT” finde ich bei Google nichts passendes. K√∂nnte aber etwas mit Synchronisation zwischen Vorhof und Ventrikel bei AV- Blockierungen zu tun haben. Dann folgt “89/min. K√∂nnte der Puls sein und “160 zu 75 mmHg. Das ist eindeutig der Blutdruck.

Bei der Implantatkontrolle wurde festgestellt, dass der Herzschrittmacher einwandfrei funktioniert, die Magnetfrequenz betrug 89/min. Damit kann ich auch nach einer Google-Recherche nichts anfangen. Weiter wurde festgestellt, dass der Eigenrhythmus meines Herzens unter 30 Schlägen pro Minute liegt. Das bedeutet, dass ich ohne Schrittmacher nicht mehr lebensfähig wäre.

Es wurde weiterhin festgestellt, dass der linke Herzventrikel (linke Herzkammer) normal gro√ü und hypotoniert, als verdickt ist. Diese Herzwandverdickung ist, wie ich ergoogelt habe, durch die Herzschw√§che entstanden und nicht mehr reparabel. Sie ist bei mir allerdings kaum st√∂rend, so im Befund. “Linker Vorhof dilatiert”, hei√üt es weiter. Er ist also auch verdickt, eben durch die Herzinsuffizienz. Und es geht weiter im √Ąrztelatein: “Degenerative Ver√§nderungen an AK, AI 0-1, kein Perikarderguss. Aorta im einsehbaren Bereich unauff√§llig.” Was nun “AK” und “AI” ist, habe ich nicht herausgefunden. Da muss ich meine Haus√§rztin fragen, was sich da nun bei mir zur√ľckgebildet hat. Perikarderguss w√§re eine starke Fl√ľssigkeitsansammlung im Herzbeutel. Beruhigend, dass keiner vorhanden ist.

Dann wurden die folgenden Werte aufgef√ľhrt, die ich mir mit Hilfe von Google √ľbersetzt habe: LA 43, also linkes Atrium bzw. linker Vorhof hat eine Dicke von 43 mm, ist also nur leicht dilatiert, verdickt. IVS 14 ist die Wanddicke in mm, LVED 60 ist der enddiastolische Durchmesser in mm, EF 50 ist die Ejektionsfraktion, also der den Prozentsatz des Blutvolumens, der von einer Herzkammer (Ventrikel) w√§hrend einer Herzaktion ausgeworfen wird in Bezug auf das Gesamtvolumen der entsprechenden Herzkammer.¬†

Oops, hatte der Kardiologe nicht zu mir gesagt, die Pumpleistung wäre von 46 auf 60% angestiegen? Laut Befund aber nur auf 50%. Das wäre zwar auch eine Verbesserung, aber unter der Norm von minimal 55%. Jetzt bin ich etwas irritiert und werde das mit meiner Hausärztin klären.

Und was der Wert “Elat 11” mit Akzent aigu auf dem E bedeutet, habe ich nicht herausfinden k√∂nnen. Und wie man ihn am Laptop auf das E bekommt, ist mir zu m√ľhselig.

Warum meine rechte Halsschlagader (ACI) nicht gleich mit untersucht wurde, da die linke Arterie ja dicht ist, ist mir schleierhaft. Aber vielleicht sind die Aufgabenbereiche zwischen Kardiologen und Neurologen, Radiologen, Angiologen oder Gefäßchirurgen genau abgegrenzt.

Am einfachsten ist es, wenn man aufgrund eines Notfalles ins Krankenhaus eingeliefert wird und dort dann verschiedene Untersuchungen vorgenommen werden. Dadurch gewinnt man als Patient mitunter Monate, die im Einzelfall sogar Leben retten können, weil Krankheiten schneller erkannt und behandelt werden.

Ich verstehe ohnehin nicht, warum Untersuchungen immer nur “h√§ppchenweise” und nicht mehrere hintereinander gemacht werden. Diese drei Untersuchungen, also EKG, Implantatkontrolle und das Herzecho” h√§tte man doch hintereinander durchf√ľhren k√∂nnen, auch wenn die Ger√§te in verschiedenen R√§umen positioniert sind. Aber vielleicht w√ľrde das auch den wirtschaftlichen Arbeitsablauf des Arztes st√∂ren. Das k√∂nnte der Grund sein.

NEU F√ľr Herzinsuffizienz zugelassen: Dapagliflozin (Forxiga)

Update 16. November 2020

Heute war ich bei meiner Haus√§rztin und sie erz√§hlte mir, dass seit einer Woche ein Wirkstoff, der eigentlich nur zur Behandlung von Diabetes-Erkrankungen zur Blutzuckersenkung eingesetzt wurde, f√ľr die Behandlung von Herzschw√§che von der EU-Kommision freigegeben wurde und von der Krankenkasse¬† kostenm√§√üig √ľbernommen (155,70 ‚ā¨ f√ľr 98 Stck 5 mg) wird. Das Medikament soll meine begrenzte Lebenserwartung um sechs Jahre verl√§ngern k√∂nnen, so meine Haus√§rztin. Es handelt sich um den Wirkstoff Dapagliflozin, der als Medikament gegen Diabetes schon seit 2012 zugelassen ist. Als Medikation gegen Herzinsuffizienz allerdings erst seit einer Woche.

Meine Hausärztin hat mir 5mg täglich in Form einer Forxiga-Filmtablette verschrieben und erklärt, dass es bewirkt, dass die Nieren mehr Zucker durch den Urin ausscheiden und man dadurch auch drei, vier Kilo an Bauchfett abnehmen könnte. Es konnte inzwischen auch nachgewiesen werden, dass Dapagliflozin die Herzschwäche verbessert. In dem Beipackzettel steht zwar 10 mg Dosierung bei Herzinsuffizienz, aber meine Hausärztin wird sich wohl bei der geringen Dosierung etwas gedacht haben, hoffe ich mal.

Nachtrag 26.3.2021: Da ich ergoogelt hatte, dass die bei Herzinsuffienz empfohlene Dosierung 10 mg und nicht 5 mg sind, habe ich meine neue Haus√§rztin, Julia Tebbe-Simmendinger, welche die Praxis von Dr. Maren Old√∂rp bzw. Nephrocare in Rostock L√ľtten-Klein und somit auch mich als Patienten √ľbernommen hat, darauf angesprochen. Sie hat mir jetzt die 10 mg-Tabletten verschrieben und ich werde in meinem Krankheitstagebuch f√ľr interessierte Blog-Mitglieder weiter meine Erfahrungen mit Forxiga teilen.

Update 3.5.2021: Nach der neuen Dosierung und einer Ern√§hrungsumstellung (abends bis auf seltene Ausnahmen nicht mehr warmes Essen, sondern nur noch Rohkostsalate wie geriebene √Ąpfel und Mohrr√ľben mit (getrockneten) Cranberries oder Tomatensalat mit Thunfisch, habe ich mein Gewicht auf 91,6 kg reduzieren k√∂nnen, das sind 1,7 kg seit der Umstellung.

Mein Krankheitstagebuch

Meine Erfahrungen und mein “Tagebuch” (neudeutsch Journaling) √ľber meinen Krankheitsverlauf, insbesondere mit Forxiga bez√ľglich Gewichtsabnahme, Nebenwirkungen und auf was man sonst achten muss, sowie Links zu Recherchen und Videos im zugangsbeschr√§nkten Bereich f√ľr meine Patrons, die meine Arbeit hier im Blog durch Mitgliedschaft unterst√ľtzen.

Du wirst Erstaunliches lesen können!

Hinter dieser Box befindet sich Inhalt nur f√ľr Mitglieder ab Level 10 ‚ā¨ +++ Klicke auf die perfekten Beine, um Mitglied zu werden +++ Wenn du schon Patreon-Mitglied bist, lade die Seite neu!

Vielleicht interessiert dich auch mein Artikel “Drei√üigmal ohnm√§chtig”

… oder “Andi’s gesammeltes √Ąrztelatein”

… oder die Kommentare zu diesem Artikel im sozialen Netzwerk wize.life

Hier mein Video zu dem Ereignis, auch als Dank an die Beteiligten

Ein Jahr ist es nun her

Es ist nun ein Jahr her, ein Jahr als zweites Leben habe ich hinter mir und bin dankbar daf√ľr. Vielleicht folgen ja noch ein oder zwei Jahre, oder ein paar mehr …

Links

Sehr guter Artikel, den jeder lesen sollte, der einen Herzschrittmacher hat!

Website des Klinikum S√ľdstadt in Rostock

Meine Bewertung des Klinikum S√ľdstadt bei Klinikbewertungen¬†und Google-Bewertungen

Medtronic: Deutsche Website f√ľr Patienten und Fachkreise

Herzschrittmacher-Imlantation: So haben andere Patienten die Operation empfunden

Rostocks Rettungsdienst

Focus: Die Notaufnahme. Wie √Ąrzte und Pfleger an ihre Grenzen gehen

Aus dem Alltag einer Intensivstation

Medtronic:Bradykardie (langsamer Herzschlag)

Apothekenrundschau: AV-Block

√Ąrzteblatt: Notfall Herzrhythmusst√∂rungen

Wissen f√ľr Mediziner: Herzschrittmachertypen

Was man nach einer HSM-OP beachten muss

Das Leben mit einem HSM

Herzerfrischend: Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Herzschrittmacher: Das ist nach der Implantation zu beachten

Lebenserwartung mit Herzschrittmacher

Kardio-Praxis Rostock am Klinikum S√ľdstadt

Therapie der chronischen Herzinsuffizienz(pdf)

Durch Zufall auf diese unglaubliche Geschichte gestoßen: Tod durch Behandlungsfehler

Metamizol, Novalgin: Vorsicht geboten

Was ist eine Herzechokardiographie?

Wichtige Laborwerte bei Herzinsuffizienz

Herzmuskelverdickung erkennen und behandeln

Unterschied zwischen Arterien und Venen

Blick ins Innere des Herzens

Messung der Pumpfunktion des Herzens

Krankheitstagebuch bei chronischen Krankheiten f√ľhren

Analoges Herztagebuch zum Ausdrucken

Handy-App f√ľr Therapiesicherheit (MyTherapie, nutze ich auch)

Blutdruckdaten-App (nutze ich ebenfalls)

Video-Galerie zum Thema

Aufrufe: 683

Hat dir der Artikel gefallen oder m√∂chtest du auch Zugang zu den gesch√ľtzten Text- und Medienbereichen, dann werde Patron von andi dauerBlog und halte den Blog dadurch weiterhin werbefrei. Danke.

andi

Ich bin im Sternzeichen des Sch√ľtzen geboren. Nun wei√üt du Alles √ľber mich.

Das k√∂nnte dich auch interessieren ‚Ķ

6 Antworten

  1. andi sagt:

    Hallo, Gerhard.
    Danke f√ľr dein Interesse an meinem Blogartikel und dein Feedback.
    Bei mir war es ja sozusagen eine Notoperation und ich wurde nicht weiter befragt. Da meine beiden Herzkammern unterschiedlich, also nicht synchron pumpen, haben sich die √Ąrzte ad hoc f√ľr einen Medtronic Serena Quad RNX 608802S mit drei Elektroden entschieden. Meine Haus√§rztin meinte, das sei der Rolls-Royce unter den Herzschrittmachern und w√ľrde so viel kosten, wie ein Kleinwagen. Da ich in der gesetzlichen Krankenversicherung bin, gehe ich nach dieser Erfahrung davon aus, dass die √Ąrzte nicht den billigsten Typ ausgew√§hlt haben, sondern das Ger√§t, das f√ľr meine Herzrhythmusst√∂rungen und dem “gest√∂rten Kontraktionsablauf bei LSB” am besten geeignet ist. Mein Ger√§t ist auch MRT-f√§hig. Ob Home-Monitoring mit meinem System m√∂glich ist, wei√ü ich nicht ganz sicher, allerdings vermute ich es aufgrund der “SureScan”-F√§higkeit, die in meinem Herzschrittmacherpass ausgewiesen ist. So richtig informiert dar√ľber wurde ich im Krankenhaus dar√ľber nicht. Ich versuche, mir die Informationen aus dem Internet und √ľber die Medtronic-Website zu holen.
    Ich w√ľnsche dir f√ľr die anstehende Implantation alles Gute.
    Falls du weitere Fragen hast, kannst du mich gerne – auch √ľber eMail oder WhatsApp kontakten.
    Gruß,
    Andi

  2. Gerhard Sommer sagt:

    Sehr interessant Deine Ausf√ľhrungen bzgl. Herzschrittmacher. Ich soll in 14 Tagen ein CRT-P-System bekommen. Was f√ľr einen genauen Typ oder Hersteller wei√ü ich noch nicht. Die Frage ist f√ľr mich nur, kann ich den Typ selbst bestimmen, wenn man Wert auf Homemonitoring und MRT-f√§higkeit legt,oder ist auf den billigsten Typ der gesezl. Kasse angewiesen? Mann bekommt weder von Biotronik noch von den anderen Herstellen irgendwelche Infos √ľber Preisrahmen etc. damit man selbst absch√§tzen kann, ob man sich einen Schrittmacher mit mehr √úberwachungsfunktionen leisten kann oder nicht. Hast Du diesbez√ľglich Infos von Deinem Arzt bekommen?

    Gruß Gerhard

  1. 20. Februar 2020

    […] die Implantation und die Zeit der Genesung erfahren m√∂chtest, dann solltest du meinen Blogartikel “Mein Herzstillstand” […]

  2. 6. März 2020

    […] Mein Herzstillstand […]

  3. 22. März 2020

    […] darf mir gar nicht vorstellen, was passiert w√§re, wenn mein Herzstillstand und die Herzschrittmacher-Implantation nicht Mitte Januar, sondern jetzt gewesen […]

  4. 7. September 2020

    […] mir nach meinen letzten Erfahrungen mit den zwei Notfallsanit√§tern, die sich kurz vor meinem Herzstillstand im Januar 2020 noch √ľber mit “lustig gemacht” haben. Das muss ich nicht nochmal haben. Daraus haben […]

Erst dein Kommentar macht meinen Blog lebendig!

andi dauerBlog
Translate ¬Ľ
%d Bloggern gefällt das: