Körpersprache

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Hände in die Hüfte gestemmt (Power Position)

Um größer für Kampf- oder Werberituale zu sein, plustern Vögel ihre Federn auf. Fische können ihre Körpergröße vergrößern, indem sie Wasser einsaugen und Katzen oder Hunde lassen ihr Fell zu Berge stehen.

Der haarlose Mensch hat jedoch kein dickes Fell mehr, das sich ausdehnt, um sich beeindruckender zu machen, wenn er ängstlich oder wütend ist. Wenn wir einen gruseligen Film beschreiben, sagen wir oft: “Es hat mir die Haare zu Berge stehen lassen”. Wenn ich wütend auf jemanden bin, “haben sich mir die Nackenhaare aufgerichtet”. Und wenn wir von jemandem bezaubert, beeindruckt sind, bekommen wir “Gänsehaut”.

All dies sind die mechanischen Reaktionen des Körpers auf Umstände, in denen wir versuchen, uns größer erscheinen zu lassen und durch die Arrrektor-Pili-Muskeln auf der Haut verursacht werden, die unser nicht vorhandenes Fell aufrichten wollen.

Moderne Menschen haben jedoch eine Geste erfunden, die ihnen hilft, eine größere physische Präsenz zu erreichen: Die Hände-an-die Hüfte-Geste.

Sie hat ihre Hände in die Hüften gestemmt und schaut auf ihr Gegenüber herab.

Das Kind nutzt die Hände-in-die-Hüften-Geste, wenn es mit den Eltern streitet, der Sportler, wenn er auf den Beginn seines Wettkampfes wartet, der Boxer, wenn er auf seinen Gegner wartet, Männer, die eine nicht-verbale Herausforderung mit anderen Männern beginnen wollen, die ihnen ihr Territorium streitig machen wollen. Die Lehrerinnen in meiner Schulzeit stemmten die Hände in die Hüfte, wenn sie schimpften und als Ausgangspunkt für die Hand, um zu einer Ohrfeige auszuholen.

In jedem Fall nutzt die Person die Hands-on-Hips-Pose, und dies ist eine universelle Geste, die verwendet wird, um zu kommunizieren, dass eine Person bereit ist, sich durchzusetzen. Dadurch nimmt die Person mehr Platz ein und hat den “Gefährdungswert” der spitzen Ellbogen, die als Waffen wirken und andere daran hindern, sich von der Seite zu nähern oder vorbeizugehen.

Die Arme, die zur Hälfte angehoben sind, zeigen Angriffsbereitschaft und dies ist ja auch die Position, die Cowboys in einer Schießerei eingenommen haben. Sogar nur eine Hand auf der Hüfte sendet die beabsichtigte Botschaft, besonders wenn sie auf das beabsichtigte Opfer gerichtet ist. Diese Hand-an-die-Hüfte-Geste wird überall verwendet und auf den Philippinen und in Malaysia drückt sie die noch stärkere Botschaft der Wut oder Empörung aus.

Auf jeden Fall macht einen diese Position groß, noch größer als man vielleicht schon ist, vermittelt Energie, Stärke und gibt einem Selbstvertrauen. Das Gegenüber empfindet Hände-in-die Hüfte meist als überheblich, arrogant, aber auch dominant. Je nach Körperbau, also wenn ein ohnehin schon großgewachsener Mensch die Hände in die Hüfte stemmt,  empfindet er es auch als bedrohlich oder einschüchternd.

Die spontanen Assoziationen des Gegenübers laufen jedenfalls alle auf eine Feststellung hinaus: Wer die Hände in die Hüften stemmt, stellt sich über sein Gegenüber.

 

Verschränkte Arme (Selbstumarmung)

Wenn meine Lehrerin wütend war, aber sich selbst davor schützen wollte, sofort zu einer Ohrfeige auszuholen, verschränkte sie zunächst die Arme. Dann drohte noch keine Gefahr. Erst wenn  sie eine oder beide Hände in die Hüfte stemmte, mußte man jeden Augenblick mit einer klatschenden Ohrfeige rechnen.

Aber ähnlich wie bei der Arme-in-die Hüften-Positur bewirkt das Verschränken der Arme, dass man größer und kraftvoller wirkt. Wenn man dabei noch die Ellbogen nach außen dreht, also mehr über dem Brustkorb als über dem Solarplexus verschränkt, kann man ein Gefühl der Macht vermitteln.

“Gekreuzte Arme, besonders wenn sie sich gegenseitig halten, können zeigen, dass die Person versucht, still zu halten.
Das kann sein, um jegliche Signale zu unterdrücken. Es kann aber auch auf unterdrückten Ärger hinweisen (ich muss mich selbst in Zaum halten, um zu verhindern, dass ich dich schlage).

In einigen Kulturen signalisiert man damit auch, dass man sich still (ver)hält, damit man dem Anderen mehr Aufmerksamkeit schenken kann (und ist daher ein Kompliment).” Zitat: changingminds.org

Das Zeigen der Handfläche (Mountza)

Das Zeigen der Hände mit den Handflächen nach vorne

In Griechenland ist es beleidigend, fünf gespreizte Finger mit der Handfläche nach außen zu zeigen. Dies wird als Mountza oder Moutza (μούντζα) bezeichnet und stammt aus byzantinischer Zeit, als Gefangene mit Kohle oder Kot bedecktem Gesicht durch die Stadt geführt wurden. Das dunkle Material wurde mit ihren eigenen Handflächen auf ihre Gesichter aufgetragen. Heute ist es eine der häufigsten Beleidigungsgesten der Griechen.

Diese Geste sollte nicht nur in Griechenland vermieden werden. Wenn Sie jemandem in Pakistan die Handfläche zeigen, stellt dies einen Fluch dar. Im Persischen Golf ist dies eine Beleidigung, die hauptsächlich von Frauen verwendet wird. In Mexiko warnt eine Person, die ihre Handfläche zeigt, während sie sie wiederholt in Richtung des Empfängers bewegt, vor einer Aktion, die man nicht mögen wird.

Zehn Hand-Gesten, die im Ausland missverstanden werden könnten

 

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Andi

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